Home » Traumtagebuch » Alter Fußball und Action

Alter Fußball und Action

Traum vom 25. Februar 2010

Worpswede – Goldenes Dreieck. Ich gehe in den schmalen Willy-Dammasch-Weg hinein, dabei liegt die Bergstraße im Rücken, obwohl die örtlichen Gegebenheiten den Zugang von der Hembergstraße zeigen. Nach nur wenigen Metern entdecke ich oben auf der Hecke an der rechten Wegseite einen sehr alten Lederfußball. Die glatte Lederoberfläche ist fast abgerieben, das raue Grau liegt oben, die Luft ist ziemlich raus. Sogar das ursprüngliche Feuerrot der zwölf Fünfecke ist abgedunkelt und zugleich verblichen. Ein Fußball, wohl so alt wie ich. Ich höre Stimmen auf der anderen Seite der Hecke, strecke mich und schaue hinüber. Ein Vater arbeitet im Garten und unterhält sich mit seinem elfjährigen Sohn. Ich frage: „Hey, ist das dein Ball?“ „Joo… nö, nicht mehr“ antwortet der Junge gleichmütig „Der ist alt und da ist die Luft raus. Ich will ihn nicht mehr.“ Ich werfe den Ball ein paar Mal ein wenig hoch… vielleicht überlegt der Junge es sich doch noch. Den Ball kann man ja nicht einfach so fortwerfen. „Na?“ setze ich nach. „Nö…“ wiederholt der Junge. Da ist wohl nichts zu machen. Tja, und da ich den Ball angenommen habe, liegt es nun in meiner Hand. Das heißt, ich kann einen ausgemusterten Ball ja nicht einfach vor mir auf den Weg, in die Landschaft werfen – wäre ja Umweltverschmutzung. Aber in den Garten zurückwerfen kann ich ihn auch nicht. „Gut, dann ich lege den Ball auf die Hecke! Für die Straßenreinigung, okay?!“ rufe ich dem Jungen zu. Schließlich ist es ja mal sein Ball gewesen. Mir ist es wichtig, dass der Ball genau dort oben, genau dort auf der Grenzen von hier nach dort liegt, weil es sich nur dort erlaubt. Dann setze ich meinen Weg fort, komme nur zwei oder drei Schritte weiter, da verwächst sich die Hecke zu beiden Seiten über dem Weg zu einem unüberwindbaren, undurchdringbaren Gestrüpp. Ich versuche mich hindurchzuschlängeln, aber nein, ich bin zur Umkehr gezwungen.

Also wieder auf der Bergstraße. Auf der Straße viele weiß gedeckte Tische. Gäste, Treiben, frühlingshafte Heiterkeit. Vielleicht ein Open-Air-Galerien-Fest oder ähnliches, zu dem Mike und ich eingeladen haben. An einem der Tische steht Mike und schneidet eine würzige Kochwurst in Scheiben und ordnet diese dann fächerartig auf dem Teller an. Das macht er sehr akribisch und ganz langsam – sehr langsam! Dabei sollte er eigentlich den warmen Nudelsalat holen, um diesen den Gästen zu servieren. Die Gäste – unter anderem auch die Bauchtänzerin Helga – meinen dann, ich wolle Mike nur unnötig antreiben.

Szenenwechsel. Ich stehe in einem öffentlichen Raum – Schalter, Beamte. Orientierungslos. Es ist total viel los. Sehr reger Kundenverkehr. Dann begreife ich: wir befinden uns in der oberen Etage und warten darauf, am Schalter einen notwendigen Vorgang durchzuführen. Vermutlich soll ich irgendein ausgefülltes Formular persönlich abgeben, damit meine Geldangelegenheiten geregelt werden können – irgendwas in dieser Richtung, so überlege ich. Als ich das endlich herausgefunden und mich an die passende Warteschlange angestellt habe, stürmen mit einem Male eine Gruppe weiterer Kunden den Laden und drängeln sich alle vor! Eine zutiefst ernüchternde Veränderung der Ausgangssituation, die mich ein paar Augenblicke sprachlos macht. Dann bricht es hervor und ich rege mich tierisch auf, werde laut und schimpfe. Da steht plötzlich eine sehr elegante dunkelhaarige Frau an meiner Seite, lächelt mich sanft an, schaut mir ganz ruhig in die Augen, nimmt mich am Arm und sagt: „Kommen Sie, ich nehme sie direkt ran!“ Wir gehen in einen Nebenraum, ich staune und freue mich über diese unerwartete Wendung. Gleichzeitig wird mir bewusst, dass es hier um ein Vorstellungsgespräch für einen Job geht. Ach du liebe Zeit! Ich ahnte ja nicht, dass ich heute nicht einfach nur etwas zu geben habe, sondern mich richtig beweisen muss! Dann folgt ein kurzes Blackout und als ich wieder zu mir komme, sitze ich immer noch allein in diesem Nebenraum – ein recht nobel eingerichtetes Büro – an einem Konferenztisch. Mein Netbook ist aufgeklappt, steht nach rechts geschoben. Ein Actionfilm läuft im Vollbildmodus – jedenfalls läuft gerade eine schemenhafte Animusgestalt durch den Film, sich immer wieder umschauend. Die Lautstärke ist so hoch eingestellt, dass es aus den eingestöpselten Ohrhörern quäkt. Warum mache ich das? Es ist doch völlig unpraktisch. Wenn ich gleich aufgerufen werde und dann alles erst einmal zusammenpacken muss, macht es einen ziemlich schlechten Eindruck.

Tags: