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Trance und Entlastung

Traum vom 24. April 2010

In diesem Augenblick wende ich mich von der Angelegenheit ab, die mich die vergangenen gut zwanzig Minuten beschäftigt hat. Ich trete aus der Älteren-Stube hinaus und lasse Angelique, die dort in tiefer Trance auf dem alten Sofa sitzt, einen Moment allein. Eigentlich arbeite ich gar nicht mit hypnotischen Techniken, und ich weiß auch nicht, wie ich auf die Idee gekommen bin, Angelique in Trance zu versetzen. Junge Junge, so ganz in Ordnung ist das vielleicht nicht…

Im Nebenzimmer fragt eine weibliche Vertraute: „Na und, hat es geklappt?“ Mit umher flirrendem Blick und unnötig fahrigen Körperbewegungen – die wohl in erster Linie dazu dienen sollen, mir nicht klar anschauen zu müssen, was ich getan habe – antworte ich: „Mal sehen, was sie gleich erzählt.“ Nä, das müssen wir jetzt ja erst einmal abwarten.

Kleiner weißer Luftballon mit blauer Schrft 'Liebe und Glück'Ich setze mich zu Angelique auf das Sofa; an ihre linke Seite. Um sie wieder ins normale Wachbewusstsein zurückkehren zu lassen, trommele ich ganz sanft mit den Fingerspitzen auf einem großen und prallen, weißen Luftballon herum, der mit blauen Filzstift beschriftet ist. Über dieses Tun denke ich gar nicht nach. Es scheint ganz selbstverständlich zu sein, dass es zur Reorientierung verhilft. So ist es auch! Angelique öffnet die Augen. Ganz schüchtern mit ängstlicher Stimme erkläre ich: „Na, ich hatte dich in Trance versetzt.“ Inzwischen bin ich voller Sorge. Schließlich habe ich noch keine weitreichenden Erfahrungen mit Induktionen gesammelt. Zu meiner Entlastung rufe ich mir ins Gedächtnis, dass ich in keinster Weise auf Angelique eingewirkt habe. Es sollte ihr einfach nur zu einer schönen Entspannung verhelfen. Also, eigentlich könnte man sagen, dass ich nicht fahrlässig gehandelt habe. Angeliques Reaktion fällt dürftig aus. Sie sagt nur „Ahaam…“ Abwartend.

Angelique möchte zur Toilette. Okay, gute Idee, da mache ich mit. Wir betreten einen verhältnismäßig großen Raum. Ursprünglich mal ein Raum vor der Kegelbahn, der heute nur noch als Lager und als Toilette genutzt wird. Die Toilettenschüssel steht mitten im Raum. Während mein Blick auf Angelique fällt… genauer gesagt, changierte sie inzwischen zu meiner alten Schulfreundin Doris, fällt mir ein Traum ein, den ich kürzlich hatte. Das erzähle ich ihr gleich mal: „Ich habe von Dir geträumt. Heißt deine Schwester nicht Änne?“ Doris nickt, wie erwartet. Sie fragt aber nicht nach weiteren Details, sondern sagt nur zurückhaltend „Ahaam…“

Ich setze mich auf die Toilette und verrichte ein außerordentliches Geschäft. Während ich mein Gespräch mit Doris fortsetze, betätige ich die Spülung. Das Wasser rauscht mit einem derartigen Druck ins Becken, dass sich ein Teil der Fäzes ablöst und vom Wasser einen Meter weiter auf den Fußboden befördert wird. Ach du Scheiße. Ich greife ein Stück Küchenkrepp, bücke mich, um den Boden zu reinigen, würge und übergebe mich neben das Kleckschen. Mit einem festem Griff am Arm kann ich Doris im allerletzten Augenblick davon abhalten, genau in diese Absonderungen hinein zu treten. Ich wische alles vom Boden auf. Dabei entdecke ich, dass aus den Fugen zwischen den Linoleumfliesen ziemlich robust wirkendes Unkraut hochgeschossen ist. Hier wird seit Monaten nicht gereinigt worden sein. Erstaunt frage ich Doris: „Wird hier nie sauber gemacht?“ Doris zuckt mit den Schultern und meint: „Ich denke schon, weiß aber nicht.“
„Na, hier wächst ja Unkraut!“ Unter meinen Füßen knirscht Sand.

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