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Mackie Messer

Traum:
Meine Geschwisterkinder und ich – wir sind alle gleich, alle klein und hell gekleidet – laufen nacheinander, sich an die Hand fassend über einen dunklen Zugang in einen Saal. Ich bin das letzte Glied dieser Kette. Wir hüpfen und singen. (Ich fühle mich wie pure Lebensfreude) Ich werde gleich allein hüpfen und singen, denn ich bin das Geburtstagskind.

Im Saal sitzen meine Verwandten – die ich nur dunkel-schemenhaft erkennen kann – um die Tanzfläche herum. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, da ich allein tanze und singe, aber ich spüre die ablehnenden und missbilligenden Blicke der Verwandten. Bestürzt und verständnislos spüre ich, dass sie mich gar nicht tanzen und singen sehen wollen!
Meine Lebensfreude ist wie abgeschnürt. Ich versuche trotzdem zu tanzen und zu singen, aber es wird durch die Ablehnung gedrückt, wenn auch gleichzeitig meine Lebensfreude ihren Ausdruck sucht. Die Blicke der Verwandten werden noch missbilligender und ablehnender, weil ich es trotzdem weiterhin versuche. Ich bin voller Trauer und kann mich nicht mehr freuen… Ich spüre einen unsäglichen Schmerz in mir.

Plötzlich zieht mich etwas Übermächtiges mit einem gewaltigen Schwung oder Drall, der mich seitwärts von der Tanzfläche des Saales in einen dunklen Bereich zurück zu dem Zugang schleudert. Während ich seitwärts gesogen werde, stockt mir fast der Atem und es wird dunkel um mich. (Es ist wie ein seitwärtsgerichtetes Fallen.) Währenddessen fordere ich mich innerlich zum Weiteratmen auf. „Atme…, atme…, atme…“ Nur wenn ich weiteratme, dann verschlingt mich die Angst nicht.

Das gelingt mir und dann liege ich auf einem Bett(?) am Rande des Zuganges zum Saal. Ich blicke auf den Gang an meinem Fußende.
Hinter mir steht jemand, den ich als etwas Lichtes und Höheres empfinde. Dieser Jemand liebt und beschützt mich und achtet auf mich. Seine Stimme sagt mir zwei Sätze, die ich nun innerlich unablässig wiederholen muss:

„Ich bin mir dessen bewusst, dass ich in einem Traum bin. Ich wache in diesem Traum auf um zu sehen. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich in einem Traum bin… usw.“

Dessen muss ich mir unbedingt bewusst bleiben. Das Höhere wartet, bis ich das verstanden habe und befolge.
Von links kommt nun eine schemenhafte Gestalt durch den Zugang zum Saal. Ich erkenne die Umrisse eines Mannes im Trenchcoat, der einen Hut trägt. Oh Gott! Oh Gott! Ich erkenne ihn – Mackie Messer… Oh Gott! Der Mörder kommt zu meinem Geburtstag! Oh, mein Gott!!!!! Er geht – fast schiebt er sich wie lautlos – unaufhaltsam durch den Zugang in Richtung Geburtstagssaal. In mir schreit und schreit und schreit es. Ich erzittere und sterbe fast vor Angst. Das Höhere hinter mir erinnert mich: „Ich bin mir dessen bewusst, dass ich in einem Traum bin… usf.“, was ich innerlich ständig wiederhole, während es in mir vor Angst und Entsetzen schreit. Ich erbebe vor unsäglicher Angst… fast sterbe ich… Das Höhere lässt mich nun wissen, dass es Barmherzigkeit ist, dass ich von dem Traum hier hin geführt werde, dass ich mir dieses ansehen darf. Es lässt mich spüren, dass ich von etwas Höherem geliebt werde und gewollt bin und dass auch dieses Geschehene gewollt und richtig für mich ist. Damit ich zu dem werden kann, wie es für mich vorgesehen ist. Okay.

Nach dem Aufwachen entdecke ich zwei tiefe blutige Kratzspuren auf meinem linken Arm.

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