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Gut entschieden ist halb gewonnen

Traum vom 20. April 2009

Letzte Handgriffe an diesem Arbeitsplatz, der mich schon von Jugend an verfolgt begleitet. Im Vorbeigehen richte ich ein paar Bananen in der Auslage. Dies alles ist nun vorbei. Durch eine Hintertür verlasse ich das Gebäude, stelle auf dem Weg einige Pfandflaschen an die Hauswand im Innenhof. Alle Pfandflaschen sind aus Weißglas und – egal ob Limo- oder Milchflasche – tragen keine Etiketten mehr. Es hat ja lange gedauert, aber nun ist der Zeitpunkt gekommen. Daheim, früh am Morgen. Ich wache gerade auf, als mein Ex-Mann zusammen mit Moina das Haus verlassen will. Er möchte die frühen Morgenstunden nutzen und verkündet: „Ich gehe mit Moina zum Melken.“ Aha, melken… Melken? Melken?! Oh mein Gott, fünf Kühe stehen im Stall. Weder mein Ex-Mann noch Moina haben Melk-Erfahrungen sammeln können. Das ist viel zu gefährlich. Gerade läuft eine Vorstellung vor meinen Augen ab, wie Moina von einer Kuh auf dem Kopf getreten wird. Nein, das geht auf keinen Fall. Das darf ich nicht erlauben! Wie unangenehm, gleich beim Aufwachen mit einer solchen Sache konfrontiert zu werden. Ich verlasse den alten Arbeitsplatz, durchquere einige Räume und komme schließlich am letzten Tisch auf diesem Weg vorbei. An diesem Tisch sitzen die Chefin und ein alter Stammgast. Durch eine Glasscheibe vom Umfeld getrennt, so dass ich sie nicht direkt hören kann. Der alte Stammgast ist der längst verstorbene Onkel Hans, der schon lange nicht mehr zu Gast hier war. Undenkbar, dass ich an ihm vorbei gehe, ohne ihm zum letzten Mal etwas serviert zu haben. Ich suche Blickkontakt zu ihm… Als er aufschaut, frage ich mit stummen Lippen: „Einen Tee?“ Er nickt: „Ja.“ Im Handumdrehen halte ich eine Untertasse mit einem Glas heißen Schwarztee in der Hand und serviere es dem Onkel. So oft habe ich es getan, es ist so vertraut und einfach. Inzwischen hat sich Herr Books zum Onkel an den Tisch gesetzt. Ich warte ab; sicherlich möchte auch er etwas bestellen. „Darf ich ihnen etwas bringen?“ Herr Books blickt von der Speisekarte auf und ich sage schelmisch: „Gut entschieden ist halb gewonnen!“ Er lächelt zustimmend. Doch im gleichen Augenblick denke ich: Wat’n blöder Schnack! Musste das sein, so einen alten Spruch zu bringen? Doch Herr Books sagt gerade: „Da ist was Wahres dran!“ Ach… ja.Hm, okay… Dennoch will ich Zukunft mehr darauf achten, dass mir so etwas Plattes nicht noch einmal über die Lippen kommt.

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