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Roter Sumo-Mann und Luftmatratzenfloss

Traum vom 19. April 2009

Im Schwimmbad. Die erste Hälfte des Traumes spielt sich in der Haupthalle ab. Ich betätige mich derart im Wasser, dass ich mich wohlfühle, wie ein Kind das seinem natürlichen Bewegungsdrang nachgibt. Genauere Traumdetails zu dieser Traumhälfte entziehen sich meiner Erinnerung; und das, obwohl ich diese bereits erinnert hatte.

Anschließend wechsele ich in eine weitere Schwimmhalle, die etwas weiter rechts im Traumraum liegt. Ich betrete diese durch eine Zimmertür. Außer mir ist hier niemand. Rundum Wände, keine Fenster und nur diese eine Zimmertür – ein Schwimmbad ohne Aussicht. Ich erlebe dies als Beschränkung der Wahrnehmung auf mich selbst und dem nahen Umkreis. Es könnte durchaus sein, dass diese Schwimmhalle im Unterirdischen liegt. Eine Weile bewege ich mich – ein wenig versunken – durch das Wasser und mache ein paar „Übungen“. Als ich den der Tür gegenüberliegenden Beckenrand erreiche, lässt mich eine Bewegung zurückblicken.

Ein Mann betritt die Schwimmhalle. Ein großer, starker Mann, ähnlich einem Sumo-Ringer, wenngleich von etwas schmalerer Statur als diese. Seine spiddeldürren dunklen Haare sind mit einem Zopfgummi am Scheitelpunkt gebündelt und lassen an einen Propeller denken. Ansonsten ist dieser Mann kaum zu erkennen, da seine Hautfarbe der Farbe der Wand gleicht, vor welcher er steht: diese ist nämlich Pink, und seine Haut leuchtet rosarot! Seine Arme hält er vor der Brust verschränkt und springt so, mit einem Buddhalächeln im Gesicht, ins Wasser, bleibt unter Wasser der Länge nach liegen und beginnt sich sofort um seine eigene Achse zu drehen. Wie eine wirbelnde Schiffsschraube. Es dauert nicht lang, da hat seine Haut eine feuerrote Tönung angenommen. Da richtet er sich auf, steigt aus dem Wasser, stellt sich an den Beckenrand und schaut fragend zu mir her.

Ich halte den Daumen hoch und rufe: „Gut so! Jetzt sind sie vor der pinkfarbenen Wand auch zu erkennen!“ Unter anderem ging es wohl genau darum, diesen Effekt der sichtbaren Abgrenzung zu erzielen. In diesen Minuten betritt eine Bekannte die Schwimmhalle, bleibt an der Tür, nahe dem Sumo-Typen stehen. Ich winke ihr zu, zeige auch zum Sumo-Mann, damit sie sieht, dass sich seine Haut durch die Röte von der pinkfarbenen Wand abhebt. Das ist ja wichtig und sicherlich von Interesse für sie. Einen unangenehmen Augenblick lang kommt mir der Gedanke, mein Winken – das meiner Bekannten galt – könne der Sumo-Mann auf sich bezogen haben und nun denken, ich wolle mich ihm aufdringlich nähern. Das ist mir unangenehm und ich halte mitten in der Bewegung inne – mit einem gequälten Lächeln, von dem ich hoffe, dass es nicht in meinem Gesicht liegt.

Dann beginnt die Reise. Auf einer Doppelluftmatratze, die mit einem Bettlaken bespannt ist, ziehen wir, wie auf einem Floss, weiter nach rechts. Das Schwimmbecken erstreckt sich immer weiter, wird bald zu einem Kanal, vielleicht im weiterem Verlauf zu einem Fluss. Wir befinden uns im Übergangsbereich und ich paddele mit Armen und Händen, um unser Luftfloss voranzutreiben. Ob mit Absicht oder aus Versehen, ich weiß es nicht, mit einem Male springe ich ins Wasser. Bemerke, dass Moina, die im Schneidersitz mittem auf dem Luftfloss sitzt, sich krampfhaft am Bettlaken festklammert, das Floss ins Wanken bringt, woraufhin meine Reiseutensilien, die ich – ähnlich wie auf einer Picknickdecke – auf dem Floss ausgebreitet habe, ins Wasser fallen. Ohne lang zu überlegen, sammele ich alles schnell wieder ein und lege es zurück auf das Floss. Dann geht die Reise weiter. Wieder paddele ich mit blossen Händen, treibe das Floss voran, Moina verkrampft sich wieder. Anstatt dem Drang nach vorne nachzugeben, erstarrt sie, bringt durch ihren Widerstand das Luftfloss ins Wanken, worauf all mein Persönliches ins Wasser fällt. Wichtige Dinge: Handy, Cam, Taschentücher, Notizbuch, Schreibzeug, Schlüssel, Lippenpflegestift und mein rotes Portemonnaie!! Eieiei, erst jetzt wird mir bewusst, wie viel Glück ich habe, dies alles aus dem Wasser fischen zu können. Zum Glück trieb es noch an der Oberfläche. Mein Portemonnaie ist nur an einer Stelle nass geworden – ein Wunder. Ich weiß allerdings nicht, ob ich jedes Mal so schnell reagieren kann und werde. Und dann liefen wir Gefahr, dass das Persönliche untergeht und nicht mehr zu entdecken ist.

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