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Graphitspuren in der Wüste

Vorwort aus der Nacht:
Auch andere Menschen haben einen Vogel. Das sollte doch ein Trost sein, wenn der eigene [Vogel] mal nicht so gelungen ist.

2012-02-04 wurschtAuf dem Dach sitzend verfolge ich mit, wie die Dachdecker Holzlatten und – pfosten durch ein Giebelfenster hinüber in das Giebelfenster des Nachbarhauses schieben. Beide Häuser sind keinen Meter voneinander getrennt. Der Dachboden, auf dessen Dach ich hocke, ist nun vollständig ausgebaut. Sehr praktisch, dass noch nicht verwendetes Holz gleich drüben weiterverarbeitet werden kann. Eine selbstverständliche Angelegenheit und doch wundert mich der reibungslose Ablauf.

Szenenwechsel: ich befinde mich im Haus meiner Gastfamilie. Zumindest wird überlegt, mich als Aupair einzustellen. Das Ehepaar möchte vorab noch ein paar Dinge mit mir klären. Sie fragt: „Do you speak english?“ – „No sorry“ antworte ich , „just a little.“ Sie stellt weitere Fragen, die ich dann doch, zwar in moderatem Tempo, ohne Stocken beantworten kann. Die richtigen Vokabeln fallen mir stets rechtzeitig ein. Meine Unsicherheit lässt nach und als sich die Frau vor eine riesige Wetterkarte stellt, wage ich sogar, eine Frage an sie zu richten, ob the weatherman wärmere Temperaturen für die next days angekündigt habe. Sie lächelt mir still zu, als wolle sie sagen: „Geht ja doch!“ – „Alles Zufall!!“ rufe ich aus und winke ab.

Zum Ende der Nacht durchwandern eine ernste Frau und ich eine warm leuchtenden Wüste. Wir wechseln nicht ein Wort. Ich gehe zu ihrer linken Seite, einen halben Schritt voraus. Ab und an stoppe ich, um mit der Schuhsohle Graphitzeichen in den Sand zu zeichnen. Langsam wundere ich mich, wie immer neuer Graphitabrieb zur Verfügung stehen kann. Ist es nicht so, dass der Sand diesen Abrieb gleich mit abwaschen müsste? Ein Blick unter die Sohle meines eleganten Halbschuhs zeigt genau Gegenteiliges: der Sand löst immer wieder Graphit aus der Sohle heraus, ohne diesen jedoch mit sich zu nehmen. So steht mir immer wieder diese Substanz zur Verfügung. Das ist wunderbar! Sofort male ich ein weiteres Zeichen in den Sand.

Dann erreichen wir, am Wüstenrand, den Treppenturm. Moina war mit ihrem Fahrrad vorausgeeilt und so schaue ich, noch ehe ich den Fahrstuhl betrete, wie weit sie gekommen ist. Sie trägt ihr Fahrrad die Treppen hinauf, die sich um den Fahrstuhlschacht winden.

Mike, Moina und ich verlassen den Fahrstuhl. Ah, wir sind nach langer Zeit mal wieder in diesem Sonderposten-Kaufhaus. Ja, ich erinnere mich, ab und an hier zu sein. Schön, dass wir mal wieder die Gelegenheit nutzen können. Von der Empore blicken wir ins Erdgeschoss. „Gehen wir mal dort schauen?“ – „Okay.“ Sonderbar dort unten… Auf dem nachthimmelblauen Fußbodenbelag sind jede Menge Würstchen ausgelegt. Offenbar benötigt man die quadratischen Konferenztische für eine Veranstaltung, weshalb man diese Notlösung wählte. Das Quadrat der Tische behielt man insofern bei, als dass die Würstchen am Boden liegen wie sie auch auf den Tischplatten angeordnet wären. Man bekommt jedenfalls keine Lust, davon etwas zu nehmen.
~ Traum vom 4. Februar 2012 ~