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Suche

Traum:
Unter kahlen Bäumen, die nur noch vereinzelt welkes Laub tragen, stehe ich allein am Rande “meiner” Wiese. Mein Blick ist gen Himmel gerichtet. Durch die kahlen Zweige hindurch sehe ich die sehr niedrig hängende Wolkendecke – Wolken, die einem Hochnebel ähneln; dennoch sehe ich vereinzelt dunkle Wolken nah über mir vorüberziehen – greifbar nahe (wie im Hochgebirge). Hin und wieder öffnen sich die Wolken zu Lücken, die einen Blick in höhere Regionen frei geben. Ich versuche den Luftballon – dessen Farbe dunkelmagenta ist -auszumachen, der sich jenseits der Wolkendecke befinden muss. Suchend blicke und lausche ich…

Sehr, sehr leise höre ich, wie jenseits der Wolken die Luft über die Ballonhaut streicht. So kann ich ungefähr ausmachen wo sich der Luftballon gerade befindet. Dem Geräusch nach müsste er sich im nahen Umkreis – sich von links hinten nähernd – befinden. Während ich hinaufschaue, mache ich ein sehr leises, weiches und verhaltenes Geräusch mit den Lippen um dem Luftballon die Richtung zu weisen: ffffd, fffffd, fffffd… (erinnert sehr vage daran, wie man z.B. versucht Katzen heranzulocken).
Ich möchte niemanden auf mich aufmerksam machen und auch den Luftballon möchte ich nicht erschrecken, deshalb bin ich bemüht sehr leise zu sein. Der Luftballon sucht mich. Er wird zu mir herabsinken, damit ich den Faden an seinem Ende greifen und er mich dann mit nach oben in den Himmel ziehen kann.

Ich sehe nun, wie ich – mitten auf der Wiese stehend – mit einer Hand das Ende des Fadens, welcher am Ballon hängt ergreife und nun von dem Luftballon durch die Wolken hindurch in den Himmel gehoben werde. Mein Körper fühlt sich dabei so schwerelos wie der Luftballon selbst an. Ja, das wäre schön und ich spüre, dass ich bereit bin emporzusteigen. (Dem Gefühl nach ist es so, dass er mich höher und höher tragen wird und ich nicht zurückkehren werde.)

An dem vage wahrnehmbaren Geräusch bemerkte ich, dass der Luftballon nun über mir ist. Suchend geht mein Blick durch vereinzelte Lücken der dahintreibenden schleierhaften Wolken…
Da! Für einen Augenblick sehe ich den Luftballon.

Kurze Zeit später hat er mich auch ausgemacht und senkt sich zu mir herab. Ich ergreife ihn an seinem herabhängenden Faden als er über mir ist. Im gleichen Moment wird mir klar, dass er mich nicht hinaufziehen kann, denn die lange Reise und Suche haben ihn “müde” gemacht. Die Luft ist irgendwie raus. Zwar hat der Ballon noch seine runde Form, aber mit den Augen fühle ich, dass der Ballon weich und nachgiebig ist – er ist nicht richtig aufgeblasen. Die Ballonhaut fühlt sich angenehm warm und samten an. Ich mag diesen Ballon und verstehe, dass er mich nicht hochziehen kann – verstehe die Kraftlosigkeit und Müdigkeit. So nehme ich den Ballon an seinem Faden mit in das kleine Wäldchen hinein. Es ist feucht und grau – wie an einem Novembertag.

Der Boden ist nass und teils morastig. Überall liegt abgebrochenes Astwerk und braunes Laub herum.
Mein Blick gleitet am Boden entlang, so als suche ich etwas. Da entdecke ich ein 1-DM-Stück zwischen dem Laub und den abgebrochenen Zweigen. Meine Aufmerksamkeit richtet sich auf die Prägung der Münze – ich sehe sie deutlich vor mir.
Es ist eine alte Münze; die Zeit hat ihre Spuren darauf hinterlassen und hat die einstmals silberne Oberfläche in ein schmutziges Grau verwandelt.

Rechts – etwas hinter mir – sucht ein Mann mit seinen Blicken den Erdboden ab. Auch er hat nun eine Münze entdeckt – ein 50-Pfennig-Stück. Es ist in einem ähnlichen Zustand wie die zuerst gefundene Münze. Er sammelt sie auf und im nächsten Moment sehe ich ein weiteres 50-Pfennig-Stück. Ich hebe es auf…
Ob hier noch mehr Dinge herumliegen??? Während wir weitergehen richtet sich mein Blick suchend auf den Untergrund. Sicherlich wird auch noch etwas unter der Oberfläche zu finden sein.
Während des Gehens nähern wir uns der Grenze – ich meine eine Art Maschendrahtzaun wahrzunehmen, der im nächsten Moment verschwunden ist.

Ein paar Schritte vor der Grenze halte ich inne und überlege… Der Boden ist hier sehr morastig. Wird man nicht darin versinken, wenn man dort weitersucht? Mit den Augen versuche ich die Beschaffenheit des Erdbodens zu ergründen, damit ich mich nicht unnötig in Gefahr begebe.

Mein Blick geht tiefer und tiefer, durchdringt die Oberfläche und ergründest das Darunterliegende, bis ich erkenne in welchem Zustand der Erdboden hier ist. Nun weiß ich es. Es wird so sein, dass ich bis zu den Knien bzw. bis zu den Ellenbogen einsinken werde, aber nicht weiter, denn darunter ist fester Grund.
Die Beschaffenheit ist auch so, dass ich mich darin – wenn auch unter Anstrengung – bewegen kann.
Im gleichen Moment befinde ich mich bis zu den Knien darin und wate hindurch – durch dunkles brackiges Wasser voller abgestorbener Bestandteile des Waldes. Ich nähere mich der Grenze. Was ich suche, das weiß ich nicht…

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