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Neuer Hippierock

Traum vom 5. März 2010

Bekleidet mit einem bodenlangen Hippierock – cremeweißer Stoff, mit braunen Urwaldwedeln gemustert. Wie schlafwandelnd finde ich mich in einer städtischen Grünanlage wieder und lande bald völlig unerwartet im prallen Leben. Eigentlich wollte ich ja daheim bleiben. Nahe den Treppen zur Unterführung treffe ich auf Mike, der mir unbeschwert mitteilt: „Okay, wir treffen uns im ‘Zara’.“ Verwundert schüttele ich den Kopf…: „Nein, ich gehe nach Hause.“
„Na dann, also bis später im ‘Zara’!“ erwidert er unbeirrt.
Gelassen korrigiere ich: „Nein nein, nicht im ‘Zara’. Dort nicht. Ich gehe nach Haus.“
Und er: „Gut! Bis später im ‘Zara’!“
Langsam wird es mir zu bunt: „Ja, hörst du denn nicht? Ich gehe nach Haus!!“
Etwas verwundert schaut er mich an; jedoch bin ich nicht sicher, ob meine Nachricht wirklich bei ihm angekommen ist.
Einige unserer Freunde stehen rundum und verfolgen unseren Wortwechsel neugierig – meinem Empfinden nach erhalten wir zu viel Aufmerksamkeit. Aber na gut. Eigentlich sollten sich unsere Wege für die nächsten Stunden trennen, doch als ich eine Unterführung hinab gehe, aus einer solchen gleichzeitig wieder auftauche, ist Mike immer noch an meiner Seite. Dazu noch ein paar Frauen. Erst jetzt bemerke ich, dass an meinem neuen Rock noch drei Schildchen befestigt sind, die unter dem Rocksaum hervor schauen und über meinem Fuß pendeln. Hoffentlich bemerkt das niemand – etwas peinlich ist das ja schon. Mit einem nervösen Lächeln und ein paar Floskeln überspiele ich das peinliche Gefühl und verabschiede mich bald.

In einer Boutique durchforste ich die Kleiderständer. Eine neue Kollektion Sommerkleidung ist eingetroffen. Alle Teile sind aus indischen Baumwollstoffen gefertigt. Viel gedämpftes Mittelblau und Meerweiß. Sehr schade, dass nichts meinem Geschmack entspricht, denn die Stoffe fühlen sich ganz wunderbar zwischen den Fingern an. Nebenbei bemerke ich eine Verkäuferin, deren Rock an der Gesäßtasche eingeschnitten ist. Für die Arbeit wohl okay. Der Rock sieht nach einem Modell aus der Vorsaison aus und sie möchte ihn wohl auftragen. Ganz am anderen Ende der Abteilung bemerke ich ein erhöht angebrachtes Fenster, in dem ein Mann in Animus-Kleidung steht und das Geschehen im Verkaufsraum mit ernstem Blick verfolgt. Ich meide es, in sein Blickfeld zu gelangen. Wegen der Schildchen am Rocksaum; er könnte ja irrtümlich glauben, ich habe den Rock hier gestohlen.

Ich gehe auf einen Verkaufstresen zu, werde durch etwas abgelenkt und vergesse dadurch, die auf dem Tresen abgelegte Ware zu bezahlen und mitzunehmen. Erst als ich draußen bin, fällt es mir wieder ein: Sowas Blödes! Ich habe die Zutaten für mein Mittagessen vergessen: die Milch und Hafergrütze. Das sollte eine wärmende und nährende Milchsuppe werden. Allein der Gedanke, erneut in den Laden zu gehen, ist sehr lästig und ich überlege, auf meine Mahlzeit zu verzichten. Aber nein, ich wollte mich doch besser um mich kümmern. Also raffe ich mich innerlich auf, kehre zurück zum Tresen, aber die Verkäuferin hat bereits alles wieder zurück geräumt. Oje, ob ich das wirklich noch einmal alles zusammensuchen möchte??

Wieder draußen, auf einem Melloh-Parkplatz. Eine dünne Schneeschicht bedeckt die Fläche. Eine Frau läuft in gebückter Haltung um ihr Fahrzeug herum und zieht mit einem Teigschaber eine Bahn um ihr Auto frei. Es wird immer dunkler.

In der Anna-Küche lebhaftes Treiben; viele unbekannte Leute, wie geisterhaft und doch feierlich-lebendig. Fränkie sitzt an der Tür, direkt vor dem Großvaterstuhl, auf dem Boden und fragt, ob ich mitfeiern wolle. Ich verneine gleichmütig. Fragend merkt er auf und ich wiederhole: „Nein nein, mir geht es gut. Wirklich! Nur möchte ich nicht feiern“. Und noch einmal schaue ich zu meinem Rock, streife diesen bis zu den Füßen mit meinem Blick. Ja, es geht mir gut. Ich bin bei mir und werde mir Gutes tun.

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