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Das Licht geht an

Traum vom 21. November 2007

Meine Augen sind geschlossen, wie in tiefstem Schlaf mein Erleben: Dunkelheit, vermischt mit schemenhaften Bildern meiner Phantasie, die Fühlen und Empfinden in Bilder umwandelt. Langsam erwache ich. Mein Aktionsradius fühlt sich sehr beschränkt an. Eine Blinde, die einfach nur ihre Augen öffnen müsste, um sehen zu kennen. Aber diese Idee scheint mir so fern zu liegen, dass ich noch nicht einmal daran denke. Ich spüre Moina an meiner linken Seite; sie drückt sich an mich. Mein Schoß ist weich und offen. Ich spüre einen Mann mit kraftvollen Stößen eindringen. Es ist warm, rhythmisch und gut. Da meine Augen geschlossen sind, verwirrt mich das Verschmelzen mit Mann und Kind. Wir sind wie eines und ich komme plötzlich auf die Idee, ich sei mit Moina im Liebesspiel versunken und nicht mit Mike. Vor Schreck stoße ich die Person von mir. Da drückt mir Moina eine riesige Glühbirne mit Edison-Gewinde unter den linken Arm. Sie ist mit Licht erfüllt. Endlich öffne ich die Augen – es ist geradezu erleichternd, es zu tun. Belebende Wachheit erfüllt mich, ich spüre Lebendigkeit! Mike steht grinsend vor mir und sagt neckend: „Wenn Du nicht willst…“ Also habe ich ihn weggestoßen. „Doch, doch“ antworte ich „Du weiß es doch.“ Leises Bedauern. Er schmunzelt und zeigt auf einen Stuhl, den er vor meinen Stuhl gestellt hat: „Schau, ich habe mir sogar extra einen Stuhl hingestellt, um an Dich heranreichen zu können.“ Tatsächlich, ein alter Stuhl aus sanft gedrechseltem Holz steht vor meinem hohen Stuhl. Ich freue mich, dass es ihm diese Mühe wert ist. Er reicht mir die Hand und während ich hinabsteige fäll mein Blick auf den gedeckten Frühstückstisch. Moina und Mike bereiteten alles vor, während ich schlief. Na, so was! Mike überreicht mir einen Blumenstrauß, eingewickelt in weißem Papier. Darin dreierlei Blumen – kleine weiße Blüten und andere. Alle Blumen sollen mir symbolisch etwas sagen. Ich freue mich total über diese Überraschung. Wir verlassen unsere kleine gemütliche Frühstücksecke und gehen in einen weiten Raum hinüber. Ganz am anderen Ende sitzen unsere Gäste aus Schweden am Tisch und warten auf das Frühstück, das wir gemeinsam einnehmen werden. Gutgelaunt erzählt Mike den Gästen von meinem Traum mit der großen Glühbirne. „Mike…, also bitte…“ unterbreche ich seinen Redefluss. Muss er denn gleich meinen Traum erzählen und dies auch noch, ohne mich zuvor gefragt zu haben. Ich erkläre den Gästen, wie verwirrend das Dunkel war und wie sehr es meinen Aktionsradius einschränkte. Ja, ich hatte die große Glühbirne aus diesen Gründen gar nicht nutzen können! Ich erhoffe mir, im Wachzustand weit mehr von der Glühbirne zu haben. Während ich um den Frühstückstisch herumgehe, erzählt der Schwede – Typ „Olof“ – von seinem neuen Job in gehobener Position. Amüsiert erzählt er, er habe gar keine Qualifikationen dafür mitgebracht. Es sei ein Glück gewesen, dass diese nicht gefordert wurden – er sei aufgrund anderer hervorragender Merkmale eingestellt worden. Lachend macht er vor, wie er anfangs mit zwei Fingern auf der Tastatur herumgestochert habe – so wenig Ahnung habe er gehabt. Aber man lerne ja während des Tuns – und das findet er klasse. Er weiß, dass er damit Glück gehabt hat. Mir fällt ein, dass ich mit zehn Fingern schreibe, aber trotzdem nie ein Angebot bekam. Na ja, aber das ist ja auch etwas anderes. Inzwischen habe ich den Tisch umrundet, nehme die Kaffeekanne, die Mike gerade an den Tisch brachte, und schenke Kaffee ein. Mike sitzt derweil hinten an unserem Frühstückstisch in der Ecke und liest Zeitung. Wartet wohl darauf, dass die Eier fertig werden. Der erste Kaffee fließt in die Tasse. Bäh, da taucht eine grüne Brechbohne hoch. Hat Mike nicht ordentlich abgewaschen? Na, ich fische sie gleich raus. Im gleichen Augenblick kommt eine ausgedrückt Kippe aus dem Kaffee hoch. Äh, wie ekelig! Als ich den Teelöffeln eintauche, um das Zeug heraus zunehmen, tauchen immer mehr Zigarettenkippen hoch. Asche schwimmt auf dem Kaffee. Gleich muss ich kotzen! Das geht so nicht! Ich werde ganz frischen Kaffee kochen. Unmöglich, so was seinen Gästen vorzusetzen.

Traumpfade: Olof, gestern via Google Maps erkundet, wie ich heute mit Bus und Bahn zur neuen Frauenärztin komme. Dabei registrierte ich, dass die Olof-Palme-Straße parallel zum Schienenstrang verläuft. Der hohe Stuhl: erinnerte gleich beim Aufwachen an den gynäkologischen Untersuchungsstuhl. Glühbirne unter dem linken Arm: heute Überweisung zur Mammographie („Durchleuchtung“ linke Brust) bekommen. Mir ist es schwer diese Tage… Verwandter Traum: Großvaters Karzinom (Sprach in diesem Traum meine Mamma zu mir?) Link: Die Erfindung der Glühlampe und die Prozesse um ihre Erfindung

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