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Badewannencode

Das an die Küche angrenzende Speisezimmer liegt zwei Stufen tiefer in der Wohnung. Zwei Tische. Die Älteren sitzen dort und warten auf den Beginn der Brotmahlzeit, die vor einem aufwändigen Unternehmen eingenommen werden soll. Es fehlen noch Thommy und seine Freundin. Ich nehme einige Scheiben Corned Beef und verkünde gutgelaunt: „Na, dann will ich das mal ausprobieren!“ In einer der Beefscheiben ist eine Klingel eingelassen, die ähnlich einem Messingdruckknopf ausschaut und einen Alarm auslösen soll, der den beiden Langschläfern das bereitstehende Frühstück signalisiert. Schön wäre es, jedoch kommt nur ein kaum hörbares Piepen heraus. Der Blick der Älteren ist vielsagend; mit schwellenden Zornesadern lassen sie wissen: eine überflüssige Spielerei, die natürlich nicht funktioniert … welch eine Verschwendung!! – Ich gehe den Beiden mal Bescheid sagen.

Ankunft am Meer. Alle Nachbarn, mit denen ich während der Kindheit öfter an die Nordsee gefahren war, sind wieder dabei. Da ich einiges organisieren musste, bin ich die Letzte von unserer Truppe, die sich – gemeinsam mit den Älteren – einen Platz am Strand sucht. Wo sind denn die anderen? Ach, die haben ihre Decken näher am Meer ausgebreitet, mehr in der Sonne. Erst jetzt bemerke ich, dass mein Liegeplatz schon in kurzer Zeit im Schatten liegen wird. Vielleicht ganz gut; in der Sonne ist es vielleicht zu heiß? Aber nein, so warm ist es noch gar nicht und ja, im Schatten ist es kühl und feucht. Also nehme ich das Badelaken und gehe vor, finde aber keinen freien Platz mehr. Und: das Meer ist ja – wie konnte ich das vergessen? – viel zu weit entfernt, als dass es zu Fuß zu erreichen wäre. Ein Tunnel – ähnlich wie in einer Miniaturtropfsteinhöhle – , von einem stetig rinnenden Wasserlauf geschaffen, führt direkt zum Meer, aber es ist wegen der Windungen nicht mal zu sehen. Zu ungewiss alles. Wie schade!

Da hatte ich mich so gefreut, als wir vorhin den Wasserball betrachteten. Eine Erdkugel mit einem eigens an den Polen eingelassenen Kreis von genau 32 cm Durchmesser – damit könnte Moina gut auf dem Meer reiten, ohne herunter zu fallen. Alle guten Plätze sind belegt … vielleicht sollte ich mich doch auf den Weg zum Meer machen. Ich spüre Enttäuschung darüber, dass kein erfreulicher Platz übrig blieb.

Später in der Ferienwohnung. Verteilung der Betten und Zimmer. Während ich organisiere, nehmen die anderen ihre Betten ein. Als ich endlich soweit bin, ist nur noch ein einziges Bett frei: es steht im Küchenbereich direkt vor dem Arbeitsplatz. Das heißt, ich werde morgens früh raus müssen, nämlich dann, wenn er erste dort etwas zubereiten will. Ich bin sauer, halte meinen Ärger jedoch zurück, weil ja niemand Schuld daran hat.

Abseits, ganz friedliche Stimmung im Badezimmer. Eine riesige Badewanne im Stil der Siebziger – Orange und Braun. Sie steht über Eck, ist zur Wand hin offen. Mit den Fingern befühle ich die Kalkablagerung genau an der Stelle des möglichen Höchstwasserstandes und stelle fest: das ist noch feucht. Ah gut, ich befürchtete schon, am Tag zuvor das Baden versäumt zu haben, was mir peinlich gewesen wäre. Bald stehe ich innerhalb der Wanne. Mit dem Smartphone in der Hand und rufe die Informationen ab, die ich offenbar via Code auf den Screen holte. Ich erfahre einiges: Fassungsvolumen der Wanne, möglicher Wasserstand bis Überlauf, Wasserverbrauch, Häufigkeit der Nutzung, Verbrauchskosten, Temperaturen, Statistiken, Durchschnittswerte, Diagramme – kurz: ein umfassender Einblick. Hoffentlich erwischt mich niemand und denkt dann, welch sonderbare Interessen ich habe.

~ Traum vom 26. Februar 2012 ~