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Paraspekulum

Traum vom 8. März 2010

In der gynäkologischen Ambulanz. Eine eingehende Untersuchung steht bevor. Eine außerordentlich freundliche medizinische Fachkraft – real die Apothekerin, die mir kürzlich ein Hormonpräparat verkaufte – bittet mich in den Untersuchungsraum. Dieser wird von einem Raum greifenden Gerät bestimmt, an dessen Vorderseite unter anderem einer Schreibablage integriert ist. Die Fachkraft legt dort mein Krankenblatt ab und bittet mich, ein Formular auszufüllen. Dazu gehört eine Vorlage, die eine halbfertige Strichmännchenfigur zeigt, die ich nun den entsprechenden Gegebenheiten zu ergänzen habe. Ich soll also die fehlenden Beine derart einzeichnen, dass der Winkel der Spreizung den zuletzt wahrgenommenen Termin wiedergibt. Hat man den letzten planmäßigen Termin wahrgenommen, so zeichnet man die Beine in einem Winkel von etwa 90° ein. Hat man einmal ausfallen lassen, so müssen die Beine weiter gespreizt eingezeichnet werden. Die Fachkraft demonstriert mir an einem Beispiel, dass sie anschließend die Position der Parabolspiegel entsprechend einzeichnen wird. Dazu zieht sie zwischen den Füßen eine gerade Richtlinie, an der die Parabolspiegel ausgerichtet werden, so dass eine Untersuchung unter optimalen Bedingungen gegeben ist. Okay, die Beine habe ich eingezeichnet. Nun soll ich der Strichfigur noch eine Krone malen. Dabei soll die Krone, der empfundenen Belastung entsprechend, mehr oder minder hoch eingezeichnet werden. Ich male eine relativ kleine Krone und die Fachkraft hakt nach: „Zeichnen Sie die Krone so ein, wie sie die Belastung wirklich erleben!“ Das ist mir unangenehm… Was will sie damit überhaupt sagen? Die Belastung der Krankheit? Von einer Krankheit will ich aber gar nichts wissen! Was ich einzeichnen könnte, das ist die Belastung durch die Ungewissheit – eine schwer zu tragende Ungewissheit. Um die Belastung also realistischer abzubilden, zeichne ich die Krone ein wenig höher.

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