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Bedrohung im Leuchtturm

Traum vom 10. März 2010

Oben auf der kleinen Plattform eines Leuchtturmes stelle ich mein Fahrrad ab. Die Stellfläche ist sehr gering, aber es gelingt dann doch, das Fahrrad mit sicherem Stand abzustellen. Noch während ich den idealen Punkt suche und das Rad zentimeterweise verrücke, höre ich am Fuß des Leuchtturmes beunruhigende Geräusche… Das Keuchen einer Frau, die leise vor sich hin murmelt, ihre Handgriffe kommentiert oder vor sich rechtfertigt und dabei etwas Schweres die Stufen der Wendeltreppe empor zieht. Das macht immer wieder dumpfe Geräusche. Dann wird mit Schrecken klar, dass sie den Schwiegervater mittels einer Beruhigungssprit,ze in einen Dämmerschlaf versetzte – ich sehe Blut, Infusionsschläuche, eine klare Flüssigkeit, die aus der eiskalten Nadel gepresst wird und in dicken Tropfen hervorquillt und spüre dabei einen sehr stählernen Druck im Kopf. Die Fachkraft erhofft sich davon, ihn leichter dorthin zu kriegen, wo sie ihn hinhaben will: in das Bett, das sich in einer kleinen Kammer auf halber Höhe im Leuchtturm befindet. Der Schwiegervater bietet zwar keinen Widerstand, aber sein schlaffer Körper lässt sich nur schwer bewegen. Stufe um Stufe zieht sie ihn hoch, wobei sie sich inzwischen in Rage redet: „Ich bin die Fachkraft!!“ Laut stößt sie es hervor, so als müsse sie sich selbst davon überzeugen, dass sie dazu befugt ist, dies zu tun. Sie will ihn ins Pflegeheim abholen lassen. Sie weiß, eben weil sie vom Fach ist, was das Beste für ihn ist! Deshalb darf sie auch derart schwerwiegende Entscheidungen treffen.

Eine immer bedrohlicher werdende Energie kommt mit ihr und dem leblos wirkenden Schwiegervater im Leuchtturm hoch. Ich muss zur Toilette, die irgendwo zwischen der Plattform hier oben und dem Bett in der Leuchtturmmitte zu finden ist. Das heißt, ich muss mich auf den Mann zubewegen, von dem ich mich mehr und mehr bedroht fühle, da er einen unkalkulierbaren Faktor darstellt. Jetzt liegt er im Bett. Alleine, denn die Fachkraft widmet sich gut gelaunt der Putzarbeit im Leuchtturm. Wann wird er wach? Wann wird er bemerken, welche Pläne man mit ihm hat? Wie wird er darauf reagieren? Wird er nicht sofort aufspringen und sich in eiskalter Wut auf mich stürzen? Das Risiko ist groß. Mit langsamen Schritten, alle Geräusche und Bewegungen registrierend, gehe ich die Wendeltreppe hinunter, bis zu Sabines Bad. Eine Wäscheleine hängt im Zickzack gespannt. Wasch- und Putzlappen hängen darauf und bieten sogar etwas Sichtschutz, als ich mich auf die Toilette setze. Deshalb stört es mich auch nicht so sehr, als die Fachkraft in den Raum tritt. Einerseits ist sie so vergnügt bei ihren Wasch- und Putzarbeiten und andererseits bin ich ja wirklich weitgehend vor ihren Blicken geschützt.

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