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Nur Haut und Knochen

Trittbrettfahren führt zu Turbulenzen

Traum vom 12. März 2010

Am Anfang des langen Tunnels ein Bahnsteig. Eine Eisenbahn hält, lauter rostbraune Waggons – wie Güterwaggons, worauf wir aber nicht achten, denn ganz selbstverständlich gehen wir davon aus, dass es um Personenverkehr geht. Wir, das sind Rick und ich. Rick will mit dem Zug fahren. Wir eilen an den Waggons entlang. Eine Einstiegstür ist geöffnet. Rick könnte hier einsteigen, aber er will nicht, geht davon aus, dass ein anderer Wagen richtiger wäre. Wir laufen einen Waggon zurück. Genau in dem Augenblick, da Rick den Fuß auf die oberste Stufe stellt, setzt sich der Zug in Bewegung und Rick bemerkt erst jetzt, dass es dort keine Tür gibt. Alles verschlossen! Der Zug gewinnt rasch an Fahrt. Rick steht also auf einem kleinen Gittertritt neben den Rücklichtern, schaut mit schreckgeweiteten Augen. Sein After-Bath-Hemd – dieses trägt er wegen des so angenehm weichen Stoffes gerne nach einem ausgiebigen Vollbad, da seine empfindliche Haut davon nicht gereizt wird – flattert ganz aufgeregt um seinen hageren Körper. Seine frisch gefönten feinen Locken bieten dem Fahrtwind nur geringen Widerstand und wehen nur leicht um den Kopf. Rick hält sich an einer Stange fest und ich überlege, dass er bis zum nächsten Halt so verharren und sich halten muss. Voller Sorge schaue ich ihm nach. Sein Gesicht ist voller Entsetzen als er mir zuruft: „Aber ich bin doch nur Haut und Knochen!!“ Will sagen, eine solche Fahrt geht auf Haut und Knochen. Ja, völlig ohne Schutz den Turbulenzen der Fahrt ausgesetzt! Das flatternde Hemd, die aufgerissenen Augen, der erstarrt aufgerissene Mund… Dann hat der Tunnel den Zug verschluckt.

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