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Brüste mit Ziehharmonikaeffekt

Traum vom 16. März 2010

Ein eher zufälliges Zusammentreffen einiger Männer und Frauen in einem Nebenzimmer. Anfangs haben wir kaum miteinander zu tun. Das ändert sich, als eine Frauen ihre Brüste entblößt und allen zeigt. Zu dieser Offenbarung kommt es, ohne dass es vorgesehen worden wäre. Vor allem die Herren begrüßen diese anerkennend. Sie klatschen drei Mal in die Hände – ein sattes Klatschen, ohne lästigen Nachklang, drei Mal kurz hintereinander und gut. Danach gibt es Gespräche, das Miteinander belebt sich angenehm. Die wertschätzenden Reaktionen der Männer veranlassen eine weitere Frau zur Öffnung. „Ich werde auch gleich meine Brüste zeigen!“ kündigt sie an. Kurz darauf geschieht es. Und während ihre Brüste aus dem hellen Blusenstoff fallen, rufe ich aus: „Ich habe gewusst, dass deine Brüste genau so aussehen!“ Hoppla… das war etwas voreilig… Was Form, Größe, Warzenhof und Hauttönung anbelangt, so stimmt das – keine Ahnung woher, aber ich wusste es. Allerdings tritt auch etwas völlig Unerwartetes zutage: Ihre Brüste sind von Natur aus mit einem vierfachen Faltenbalg – wie bei einer Ziehharmonika – ausgestattet. Rund um die Brustwölbung ziehen sich in gleichmäßigen Abständen vier dickere Hautstreifen, so wie Paspeln, die mittig eine Naht aufweisen. Allerdings ist alles ganz natürlich so gewachsen. Mit leichtem Druck der Handfläche lassen sich ihre Brüste flach an den Brustkorb drücken. Ganz sauber faltet sie sich ein. Lässt der Druck nach, entfaltet sich die Brust wieder zu ihrer ganzen üppigen Schönheit. Wirklich hübsch, die Warzenhöfe leicht erhaben und deutlich dunkler als die übrige Haut. Der Anblick ist zwar ungewöhnlich, aber von ganz eigener Schönheit. Natürlich habe ich von dem Ziehharmonikaeffekt nichts gewusst! Wie peinlich, dass ich so laut ausgerufen habe!! Eigentlich müsste ich meine Aussage richtig stellen, nur bringe ich kein Wort über die Lippen – ein sehr unangenehmes Gefühl, wider Willen die Unwahrheit gesagt zu haben.

Wie auch immer, das Miteinander geht weiter. Inzwischen gab es mehrfach ein dreimaliges ‘Clap your hands’, was eine belebende Wirkung zeigt, gleichzeitig bestätigen die Beteiligten damit einander, dass sie mit den Geschehnissen voll einverstanden sind. Die darauf folgenden Gespräche sind ernsthaft und verhalten, ohne jede Aufregung. Mich hat das alles sehr sehr nachdenklich gemacht… Ja, und auch ich möchte einen Beitrag zum Abend leisten und teile den anderen mit: „Ich werde auch noch meine Brüste zeigen.“ Es folgt ein etwas lauteres Gemurmel unter den Männern (Animusgestalten in schwarzer Kleidung mit hellem Oberhemd), woran vor allem einer der Männer beteiligt ist, den ich zu kennen scheine, ohne dass wir uns je begegnet wären. Er schaut her, ohne mich anzusehen. Ich ahne, er wird bald gehen – völlig unabhängig davon, ob ich meine Brüste noch zeigen werde oder nicht. Die Stimmen sind warmherzig; alles in Ordnung.

In meiner Vorstellung öffne ich die Bluse aus weißem pudrigen Baumwollstoff, Knopf um Knopf… der weiße BH kommt zum Vorschein, durch dessen dünnen Stoff die Brüste hervorschimmern. Nun käme der Augenblick der Offenbarung… Was jetzt noch ganz verheißungsvoll ausschaut, fiele aber gleich in sich zusammen, sobald meine Brüste sich ganz nackt zeigen. Der Warzenhof der linken Brust nämlich, ist nach der Strahlentherapie fast völlig verblasst, so dass er kaum noch zu erkennen ist. Dafür ist die sichelförmige Narbe zwischen ’10 und 14 Uhr’ umso deutlicher zu erkennen. Alles in allem ein blasser Anblick. An sich ist das nichts, was ich verstecken müsste, auch wenn es mir gerade so nachdrücklich bewusst wird. Die Frage, die sich jetzt stellt ist vielmehr: Ist die Entblößung wirklich notwendig? Muss ich die Aufmerksamkeit unbedingt darauf ziehen, wenn es doch für niemanden von Interesse ist? Das könnte ich ja allen ersparen.

Nicht viel später stehe ich in einer altmodischen Strandkabine. Diese hat eine Schwingtür, die den Rumpfbereich verdeckt. Während ich die Knöpfe meiner Bluse öffne, strecke ich meinen Kopf über die Schwingtür hinaus, schaue mit großen neugierigen Augen nach rechts und dann nach links, wo eine der Frauen steht. Alle Knöpfe sind gelöst, die Knopfleiste, leicht geöffnet, liegt lose zwischen meinen Fingerspitzen. Innehalten… Und mir wird klar: Erst das Nachdenken verleiht dieser Sache eine gewisse Bedeutung – es ist nur das, sonst nichts.

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5 Antworten zu Brüste mit Ziehharmonikaeffekt

  1. was mich sehr fasziniert, nicht nur bei diesem Traum, in welcher Häufigkeit, Sie sich erinnern. So selten ich mich an mehr als nur atmosphärische Gefühlsfetzen erinnere, schreibe ich es auch auf. Ich hörte davon, man könnte das sehr kultivieren, in dem man ein Buch neben das Bett legt, und jegliche Erinnerung festhält, dann stellt sich umso mehr ein. Ja, das habe ich auch erfahren, wenn ich dann komplexere Träume aufschreibe (blogge, selten leider), stellen sich immer mehr Bilder ein. Aber es ist auch zeitaufwändig. Sehr interessant. Sie haben offenbar ein ausgesprochenes Traumtalent! Ich mag das Absurde, das uns die Träume bescheren am Liebsten, gar nicht das Schlüssige oder dramaturgisch filmartig passende. Nein, diese Wendungen. Ich sage manchmal, ich frage mich, welches Leben wird da mit mir gelebt. Nachts. Ich erwache mit komplexen Gefühlen und einem nicht erinnerbaren Gefühl von unfassbar viel Erlebeten. So viel ist sicher. Mein Nacht-Leben. Gute Nacht, später dann!

  2. Ja, es ist sehr zeitaufwändig; vor allem bei längeren Träumen. Witzig ist manchmal, wenn ich im Halbschlaf, also beim Aufwachen, denke: oh wow, was für ein toller Traum; da macht das Aufschreiben gleich viel Spaß. Und wenn ich dann so richtig wach bin, hat der Traum seine ganze Farbigkeit verloren. Aber es geht auch umgekehrt, so dass ich mich geradezu zwingen muss, einen gähnend langweiligen Traum zu notieren. Und wenn ich dann später ganz wach noch mal nachlese, bin ich baff, wie ich einen Traum mit so wundersam funkelnden Symbolen als langweilig abtun konnte. Tja, das Wachbewusstsein ist schon ein merkwürdig Ding.

    Ja, absurde Träume finde ich auch am interessantesten. Am Bahnsteig stehen und warten kann ich ja auch im Wachleben haben. Da ich zum luziden Träumen schlichtweg zu faul bin, muss ich halt nehmen, was kommt. Und da ich mir das Aufschreiben angewöhnt habe, fällt es mir schwer, es mal sein zu lassen. Aber ‘Traumtalent’ hört sich wirklich viel schöner an, als wenn ich ‘Macke’ dazu sage.

    Eine gute Nacht mit vielleicht einem Traum, der sich wie von allein erinnert!

  3. Dieser Traum hier ist zwar nicht von gestern, aber dafür einer der wenigen gebloggten, der noch dazu jede Menge unerwartete Solidaritätsbekundungen nach sich zog ;-)

  4. Hey, das ist nun spannend! Denn gestern kam mir eben dieser Traum von Ihnen in Erinnerung. Wirklich! Weil er gut erzählt ist, ein schönes Tempo hat und mich zum Lachen brachte. Ja, ich hatte nämlich schreiben wollen, dass ich auch gerne so knackig manch einen meiner Träume erzählen können würde wollen, so wie Sie. (Aber ich habe ja schon Mühe mit vorhergehendem Satz ;-) Aber zurück zu meinen Gedanken gestern; ich dachte dann nämlich: Nee, da war ja schon dieser Traum von wegen Frau des Jahres und so… da wäre solch ein Lob noch oben drauf etwas dick aufgetragen. Zumindest könnte es so ankommen, Sie verstehen! Also, ich gönne es Ihnen, aber so viel Anbetung auf einmal – wie stehe ich denn dann da? ;-)

  5. haha – Sie bringen mich zum Lachen!
    Das kann ich gut brauchen zum Wochenendanfang.
    Zeitlich wohldosiertes Lob ist sowohl vom pädagogischen als auch therpeutischen Standpunkt sicher besser für mich. Sonst gewöhne ich mich noch dran und kriege schlimme Entzugserscheinungen.

    Schöne Wochenendträume wünsche ich Ihnen.
    Ich finde übrigens, Sie schreiben ausgesprochen eloquent.
    Schön anschaulich, plastisch! Das mag ich.