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Schwankende Gesinnung

Traum vom 23. März 2010

[…] Mit schnellen Schritten, Mike und ich, zwischen zwei Veranstaltungen. An manchen Punkten sitzen einige Wartende auf Stühlen in den Nischen des langen Korridors. Mike setzt sich schließlich auf einen freien Platz; neben einer sehr hübsch zurecht gemachten Perserin, die ihn zur Begrüßung mit weißen starken Zähnen anstrahlt. In heiterer Stimmung sage ich zu Mike: „Du wirst hier nicht viel Ruhe finden.“ Und ergänze hinter vorgehaltener Hand flüsternd: „Sie redet ohne Unterlass!“ Mike lässt meine Anmerkungen unbeeindruckt an sich abperlen und beginnt im mitgebrachten Buch zu lesen.

Ich laufe weiter, bis ans Ende des Korridors, zu einem Zielpunkt. Ein großes Luftkissen liegt hier bereit. Einige Menschen haben darauf Platz genommen. Unter anderem auch die sehr ruhig wirkende ältere Frau, die ich nur wortkarg kenne. Ein Platz neben ihr ist wirklich die bessere Alternative beim Warten und ich will es Mike gleich vorschlagen. Doch zu meiner großen Überraschung – fast möchte ich Erschrecken sagen – öffnet sie ihren Mund, der nun erstaunlich und geradezu unvorteilhaft lose wirkt… Ja, sie ist wohl ausgesprochen redselig! Die kann ich dem Mike gar nicht empfehlen. Aber da ziehen bereits zwei andere hinzu kommende Frauen alle Aufmerksamkeit auf sich. Zwei alte Lesben mit prallen Botoxlippen, die zwischen der zusammengefurchten Gesichtshaut geradezu hervorquellen. Ihre Körper sind unter der welkenden Oberfläche gut trainiert und wohlgeformt. Beide tragen Bikins – weiß, an allen Ausschnitten und Säumen.schwarz verblendet, was diesen Stoffteilen den Eindruck von Halt und Ordnung verleiht. Eine der beiden Frauen schiebt einen Zeigefingern hinten in das Höschen und zieht es zurück über die Pobacke. Sie tauschen Küsse und Zärtlichkeiten aus und betreten dann das Luftkissen. Als gleich darauf Mike das Luftkissen betritt, sagen sie lustig gelaunt zu ihm: „Mit uns wirst Du nicht viel anfangen können!“ Das Luftkissen ist durch das Hinzukommen der Frauen und Mike ordentlich ins Wanken gekommen, so dass ich – ich habe schon Platz genommen – hoch und runter, hin und her schwanke. Das passt zu meinen turbelnden Gedanken, die mir völlig durcheinander kommen und ich erzähle vergnügt und doch voller Ernst: „Doch doch!“ Klar, vielleicht kann Mike was mit ihnen anfangen, und das erkläre ich sogleich: „Mir fällt nämlich was ein, das ist witzig passend. Erst kürzlich träumte ich, wie ich zu Mike sage ‘Mach mir die Frau!’ oder äh… vielleicht war es so: ‘Ich mach Dir den Mann!’ Oder äh… Ach, ist auch egal! Jedenfalls irgendwas, das auf gleichgeschlechtliche Liebe schließen ließe. Also, wer weiß…“ Die beiden Lesben verhalten sich nun aber doch wesentlich ruhiger als anfangs zu vermuten war und das Luftkissen beruhigt sich.

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