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Premiere und Wäschepuff

Traum vom 25. März 2010

Vor dem offenen Wäschekorb kniend, sortiere ich die Schmutzwäsche. Sehr viele dunkle Kleidungsstücke machen das zu einer einfachen Angelegenheit: wasche ich diese doch erst mal. Noch schlaftrunken, barfuß, im cremeweißen Pyjama aus weichfallendem Stoff, gehe ich hinüber in die Küche und wundere mich: Oupsala, Tudor, Moinas Freund, ist ja bei uns! Sein Eintreffen habe ich gar nicht bemerkt – habe ich denn so lange geschlafen? Ich unterhalte mich in sonniger Morgenlaune mit den beiden Kleinen, gehe anschließend hinaus in den Flur… Helles Licht fällt in den in den ansonsten halbdunklen Flur… Nanu, die Wohnungstür steht ja leicht offen? Naja, macht ja nichts. Erst im Vorübergehen bemerke ich, dass dort unten auf dem Treppenabsatz eine Frau in hellem Trenchcoat steht. Ach du liebe Zeit, das ist ja Tudors Mutter! Wie lange sie wohl schon dort steht und darauf wartet, dass ich endlich erscheine? Eine halbe, eine ganze Stunde vielleicht? Oder länger? Entschlossen ziehe ich die Tür weit auf, um sie zu begrüßen. Es ist gar nicht Tudors Mutter!! Es ist eine humorlos wirkende Vertreterin, die nüchtern und streng sofort auf den Punkt kommt: „Sie haben Premiere – ich habe die Premiere-Hefte in Ihrer Wohnung bemerkt.“ Ah soo… die will mir einen Vertrag andrehen. Gleichgültig antworte ich: „Jaja, da liegen ein paar Premiere herum. Hab noch gar nicht reingesehen; die sind noch vom Vormieter.“ Sie wendet sich zum Gehen, sagt mit spitzer Stimme: „Ah so“ geht bis zum nächsten Treppenabsatz hinab, schaut noch mal zu mir hoch und meint abfällig: „Sind sicher sehr nette Mieter im Haus.“ Ich reagiere nicht darauf und nach zwei weiteren Stufen kommt noch ein Seitenhieb von ihr: „Ist sicher ein kinderliebes Haus.“ Na klar, eine Anspielung darauf, dass die Wohnungstür offen stand und damit der Kinderlärm aus meiner Wohnung durch das ganze Haus schallte. Tatsächlich ist das hier aber kein Problem. Das vom warmen Morgenlicht erfüllte Treppenhaus lässt mich so wohlig fühlen, dass es gar nicht drängt, mich schnell in die Wohnung zurückzuziehen und die Tür zu schließen, obwohl die Vertreterin an sich ja nicht so angenehm ist. Doch sie stört mich ja auch nicht. Außerdem geht sie eh.

So mache ich in aller Ruhe, gehe ins Bad, um dort weitere dunkle Wäschestücke aufzunehmen. Dabei greife ich feuchten Stoff – es riecht nach Erbrochenem. Naja, die Reste von der nächtlichen Krankenversorgung. Ich nehme alles mit hinüber zur übrigen Wäsche ins Schlafzimmer. Dort entdecke ich zwischen den Wäschehaufen einen bisher nicht entdeckten altmodischen Wäschepuff; dieser ist einer Hutschachtel gleich, hat gepolsterte Wände und Deckel, die mit Rosenstoff – rosa und pinkfarbene Blüten mit Cremeweiß auf hellolivfarbenem Grund – überzogen sind. Ein leerer Behälter und mir kommt gleich eine Idee, wie ich diesen zukünftig verwenden könnte: Wie es wohl wäre, wenn ich darin all das Näh- und Schneiderzubehör aufbewahrte? Sicherlich passte eine gut sortierte Grundausstattung hinein, ich hätte mit einem Griff alles zur Hand, es gäbe keine Sucherei mehr… Vielleicht würde ich mir meine Kleidung dann wieder selber nähen?! Oh ja, darauf habe ich wirklich Lust. Das will ich umsetzen!

Traumpfad: Die Premiere-Hefte ähneln dem Buch ‘Der Storycode: Wir machen Wirklichkeit’ und haben mich an die ‘Ressourcekärtchen’ erinnert. Als ich das gestern entdeckte, kam mir sofort eine alte Idee wieder in den Sinn.

Modebericht ‘Zur Frühjahrszeit’, 1891

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