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Ein blauer Fleck vom Teufel

Traum vom 30. März 2010

Im Schlafzimmer aus frührerer Zeit steht eine Mülltonne, direkt vor dem Fenster. Sie ist übervoll, der Deckel vom Müll angehoben. Deshalb bemerke ich sofort die Kleidung darinnen. Na hey, das ist doch die Kinderkleidung, die der Schütze-Teufel mir kurz vor Weihnachten zeigte – er hatte sie doch verschenken wollen? Es ist wohl nichts daraus geworden? Na, für den Müll ist es zu schade. Es ist noch neu, sogar die Etiketten hängen noch dran. Ich ziehe eine rote Jeans und ein rot-dunkelblau geringeltes Shirt hervor; genau Moinas Größe. Die Kleidung hat den Müllmief noch nicht angenommen und da sie obendrauf lag, ist sie völlig unbefleckt; zum Glück. Zwei schwarze Herrenshorts aus schwarzem Jersey, im Retro-Look, kommen ebenfalls zum Vorschein. Vermutlich hatte der Teufel sich diese auch gekauft – sie sind in kleinerer Größe, als ich erwarten würde – und nun gefallen sie ihm nicht mehr, so kloppte er sie in die Tonne. Naja, die kann ich ja nicht gebrauchen. Schade, gute Ware.

Während dieser Angelegenheit ist mir stets die Anwesenheit des Teufels bewusst. Der Teufel – eine Gestalt wie aus zwei Männern: eben jener Teufel und dann noch jemand anders, der mir unbekannt ist, aber zu den Bloggern zählt. Unsere Zimmer liegen nebeneinander. Seine Zimmertür steht weit offen, meine ebenso. Aus beiden Türen fällt das Licht auf den gemeinsamen Flur. Ich laufe in Shirt und Slip herum, fühle mich aber ungestört, so sicher weiß ich darum, dass mein Nachbar nicht herauskommen und zu mir ins Zimmer treten wird. Das weiß ich daher, weil es immer so war. So räume ich unbekümmert auf, werfe einen Blick in die Wäschewanne, die sich am Kopfende meines Doppelbettes befindet, und überlege, was als nächstes zu tun ist. Dann gehe ich zum Fußende, stehe also nahe der Zimmertür und nehme wohl irgendeine Bewegung wahr, die mich aufmerken lässt. Da! Im Lichtrechteck, das aus des Teufels Zimmer auf den Flur fällt, sehe ich einen hellschattigen Streifen, der sich von einer zur anderen Seite des Lichtfeldes bewegt. Na, es ist ein so heller Schatten, so unscheinbar, dass man ihn fast nicht erkennen kann. Eine langsame Bewegung zeigt der Schatten … eine sehr langsame … vielleicht lauernde Bewegung? Zum ersten Male spüre ich leichte Beklemmung … Was, wenn er heraustritt, zu mir schaut oder gar hereinkommt? Da steht er schon in der Tür! Grinsend! Nur mit einem Unterhemd bekleidet. Mit einer Prachtlatte – fleischig, groß, sehr groß. Aber vielleicht nur deshalb so riesig wirkend, weil er so schmale Hüften hat? Er stürmt auf mich zu, doch ehe er mich erreicht, wende ich schüchtern ein: „Du kommst in einem denkbar ungünstigen Moment! Mike ist nebenan.“ Dann weiche ich mit einem Schritt zur Seite aus. Mal ganz abgesehen davon, dass mein Schoß ihn gar nicht so Knall auf Fall aufnehmen kann – das braucht sicherlich etwas Vorbereitung … – möchte ich Mike auch einen solchen Anblick ersparen.

Der Teufel setzt sich auf die Bettkante. Im gleichen Augenblick betritt Mike das Zimmer. Der Teufel grinst mich an und setzt mich über eine wohl wichtige Tatsache in Kenntnis: „Jetzt habe ich Dir einen blauen Fleck gemacht.“ — Blauer Fleck? Wie das? Vielleicht vom letzten Toilettengang Verbliebenes am Anus, das nun auf das Laken gerieben? Aber nein, das ist ja nicht blau. Oder entstand der blaue Fleck durch seinen Hoden, der unter der Last des riesigen Phallus sich tief in die Matratze drückte? Kann man einer mit Laken bezogenen Matratze denn überhaupt einen blauen Fleck zufügen? Mir ist nicht ganz klar, wie weit es mit der Körperlichkeit einer Matratze her ist. Noch während ich überlege, steht der Teufel vom Bett auf, geht an mir vorbei und – es ist ja fast unglaublich: es ist alles erschlafft.. Völlig, von jetzt auf gleich, so als sei gar nichts gewesen! Ja, kann das denn sein? Oder kann ich meinen Augen nicht mehr trauen?

Traumpfad:
Astrologisches Gespräch mit dem Teufel

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