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Mein lieber Freund

Traum vom 31. März 2010

Mein neuer Freund steht hinter mir. Es kommt alles so unerwartet: die Tatsache, einen neuen Freund zu haben; einen, der bei mir ist und dazu seine Liebe, die ohne Bedingungen ist. Ohne zu reden, folgt er mir auf dem Fuße. Bald telefoniere ich mit ihm, werde aber durch einige familiäre Angelegenheiten abgelenkt, am Ende sogar in meiner auf ihn gerichteten Aufmerksamkeit unterbrochen. Als es endlich ruhiger wird, nehme ich das Gespräch mit einigen Worten wieder auf. Doch in der Leitung bleibt es still – es kommt keine Antwort, kein Laut, nichts. Hm? Habe ich ihn verloren? Aber das kann doch nicht sein, denn ich hatte ja die ganze Zeit zumindest die Verbindung gehalten. Hm. Hallo? Hörst Du? Stille. Ich lege den Hörer ab, ohne die Verbindung zu unterbrechen. Alles bleibt offen, was sich in dieser Unbestimmtheit nicht wirklich gut anfühlt.

Einige Tage dauerte inzwischen diese merkwürdige Veranstaltung. Ich hatte einen Platz am Rande des Saales, mit Blick zu einem Pult, an dem eine Versicherungsagentin sitzt und zu den immer wiederkehrenden Lautsprecherdurchsagen ständig einen rötlichen Stoffschal neu um ihre Schultern drapiert. Diese Dauerwerbesendung untermalt eine Veranstaltung, deren eigentliche Inhalte mir unbekannt sind – seichtes Gedudel, das sich nicht in den Vordergrund drängte, weil die Veranstalter sich davon erhofften, dass am Ende dieser tagelangen „Gehirnwäsche“ jeder Teilnehmer einen Vertrag abschließen würde. Ich allerdings bin davon extrem genervt; und welche Vorteile auch immer diese Versicherung haben sollte: auf gar keinen Fall schließe ich diese ab; es erinnerte ja doch nur an diese nervenzermürbenden Tage.

Einige Schritte nach rechts von diesem Schauplatz im Saal entfernt, liege ich nun in einem Doppelbett. Links neben mir liegt Mike. Uns im Bett gegenüber liegen Wilma und Anton ( ihr / mein neuer Freund) – und zwar so, dass sich unser aller Füße unter der Decke berühren. Von links, aus besagtem Lautsprechern kommt gerade eine Ankündigung: „Es folgt die Lichtmeditation!“ Oh, eine echte Überraschung! Am Ende also doch noch etwas von Wert? Und dann auch noch etwas, das einschneidende Folgen haben wird – es wird ja um einen tiefreichenden Prozess gehen, der dadurch in Gang kommt. Ich lausche kurz der Ankündigung, mit verinnerlichtem Blick in die Richtung der Ansage, blicke dann hinüber zum Paar am Fußende. Zugleich bemerke ich das Schälmesser mit rotem Griff, das ich unter der Decke in meinen vor der Brust gefalteten Händen halte. Nicht ganz ungefährlich, sollte jemand bei mir unter die Decke greifen. Auch könnte ich mich selbst damit verletzen. Mir ist es zwar lästig, aber da es klüger ist, lege ich das Schälmesser auf das Fensterbrett gleich rechts neben dem Bett ab. So. Es kommt die Frage auf, ob wir alle noch weiter in Fußkontakt bleiben wollen. Wilma meint, im Hinblick auf mich, gutgelaunt zu Anton: „Ihr kennt euch ja!“ — Anton lacht kurz und hart auf und sagt: „Marianne kennen? Nee nee, darauf lässt sie sich doch gar nicht ein. D a s haben wir noch alles vor uns … vielleicht.“

Szenenwechsel. Mein neuer Freund zieht sich in sein Zimmer zurück, um eine meerblaue Badehose anzuziehen. Hinter meinem Rücken höre ich seine vergnügte Stimme, die eine für mich nicht unerhebliche Folge unseres Vorhabens ankündigt: „Ich werde männliche Fußspuren hinterlassen.“ — In der Tat! Ich sehe mich selbst nun wie in einem Spiegel, in seiner blauen Badehose. Ich habe mir einen Ballerina-Schuh aus schwarzem Stoff hineingeschoben, um ein männliches Genital vorzutäuschen – na gut, die Form gibt mehr her, als später an Inhalt vorhanden sein wird – aber gleichzeitig ist es tatsächlich so, dass mein Freund diesen Schuh als eine Art Jock Cup in die Badehose schieben wird. Die leicht wellige Sohle drückt sich durch den eng anliegenden Stoff der Badehose, so dass die Sohlenform deutlich zu erkennen. So wird seine Aussage von wegen der Fußspuren sofort verständlich.

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