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Überstürzter Ausstieg

Traum vom 2. April 2010

Ziemlich überstürzt hatten Moina und ich die oberirdisch verlaufenden U-Bahn bestiegen. An einer Haltestelle inmitten weiter weiter Landschaft. Die Fahrt führte weiter nach rechts, dem Gefühl nach bewegen wir uns weiter nach links.

In der Bahn sitzen wir wie auf dem offenen Deck eines dieser Ausflugsschiffe. Einige Meter entfernt sitzt eine Frau allein am Tisch. Sie wünscht Bratwurst. Ich fühle mich angenehm aufgefordert, ihr das Gewünschte zu bringen, knie mich an ihre linke Seite mit nackten Schienbeinen in den groben Sand, der schon sehr bald unangenehm in die Haut piekst, während ich nach weiteren Details ihres Bratwurstwunsches frage.
Anschließend gehe ich zurück, bis zum großen Schornstein, der den Fahrstuhl beherbergt. Davor steht ein Kollege, der mir anscheinend seit langer Zeit gut bekannt. Freudig überrascht zeigt er auf das Tastenfeld neben der Fahrstuhltür: „Schau mal, der Fahrstuhl führt sogar direkt nach außerhalb des Schiffes! Davon hatte ich nichts gewusst. Toll aber, oder? Diesen direkten Weg will ich gleich mal probieren!“ Eine gute Idee, die ich bei nächster Gelegenheit ebenfalls probieren will.
Da Vinci macht Feierabend, verlässt die Bahn / das Schiff, setzt sich draußen am Kai / an der Haltestelle zu seiner Frau an den Tisch. Mir ist das unangenehm, möchte nun nicht gesehen werden. Vielleicht hatte ich mit ihm geflirtet, nicht ahnend, dass er gebunden ist –- und nun ist mir das unangenehm, dies vor aller Augen erkennen zu müssen. Doch beide – Da Vinci und seine Frau – sitzen mit dem Rücken zu mir. Sie sitzen in einer offenen Lore, die sie gleich wie von selbst heimbringen wird.

Einige Haltestellen weiter erkenne ich im allerletzten Moment, dass wir aussteigen müssen. Moina läuft gleich los, springt hinaus. Ich will folgen, greife nach meiner Tasche und … oje! Der Inhalt der wichtigen weißen Plastiktragetasche hat sich durch das Geschuckel während der Fahrt über den Boden, zwischen den Sitzen verteilt. Hektisch sammele ich alles ein: meine schwarzen Riemenschuhe, das rote Portemonnaie und meine anderen Habseligkeiten. Das harte Klappern der schließenden Türen, langsam setzt sich die Bahn in Bewegung – als Signal, dass nicht mehr lange auf mich Rücksicht genommen werden kann. Oh nein, ich muss hinaus zu meinem Kind, kann sie dort nicht allein zurücklassen! Vielleicht muss ich einen Teil meiner Habseligkeiten opfern. Doch dann habe ich alles beisammen, stürze zur Tür, die der freundliche Fahrer noch einmal für mich öffnet und bin ich draußen – PUH! Dass wir – was das Aussehen der Umgebung anbelangt – wieder am gleichen Punkt sind, bemerke ich nicht.

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Eine Antwort zu Überstürzter Ausstieg

  1. [...] stoße ich hervor: „Stimmt’s, sie waren in der weißen Plastiktüte, deren Inhalt ich beim überstürzten Ausstieg eilig zusammensammeln musste!“ Etwas ruhiger füge ich hinzu: „Es tut mir sehr leid, die Tüte [...]