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Unterirdische Kapelle

Traum vom 29.10.2002:
Ein runder Platz, mit naturbelassenen, dunkelrosaroten Pflastersteinen kreisförmig gepflastert. Rundherum stehen Häuser verschiedenster Bauart – alle aus dunkelrosaroten Steinen gebaut. Die Giebel sind weiß abgesetzt. Fensterrahmen und Türen sind ebenfalls weiß. Ein Teil der Gebäude ziehen sich rundherum entlang, einige sind nach innen gerichtet.

Hier fühlt es sich eigenartig an… Ich fühle mich angesichts der übersichtlichen und offenbar wohl durchdachten, und gleichzeitig liebevollen, ästhetischen Bauweise dieses Anwesens angenehm berührt. Trotz der unterschiedlichen Ausrichtung und etwas ungleichmäßigen Verteilung der Häuser auf dem Rund, wirkt alles sehr harmonisch. Andererseits mutet es eigenartig an, dass so ein großes rundes Anwesen von nur einer Familie bewohnt werden könnte. Ob das nicht ein wenig übertrieben wäre?
Aber es ist auch schön – und warum nicht, wenn diese Menschen hier so reich sind und es sich erlauben können. Es ist ja wirklich etwas Schönes, Schlichtes und Bodenständiges und ganz offensichtlich darf sich jedermanns Auge daran erfreuen, wenn er möchte. Jedenfalls ist der Zugang nirgendwo versperrt und von allen Seiten möglich.

Ich gehe nun innerhalb des Kreisplatzes gegen den Uhrzeigersinn entlang um mir alles genauer anzuschauen. Ich überlege… Nein, hier kann unmöglich nur eine Familie wohnen – es sind so viele verschiedene Häuser – …wenn auch dennoch von gleicher Bauart. Es rührt an, wie derart unterschiedliche Bauweisen dennoch gleich sein können, so dass es trotz, oder gerade wegen der Verschiedenartigkeit einen harmonischen Eindruck macht.

Inzwischen habe ich ungefähr ein Drittel des Weges, der innerhalb des Platzes kreisförmig zwischen den äußeren Häusern und den inneren Häusern verläuft, zurückgelegt und sehe nun ein Gebäude, welches sich der Länge nach in Richtung Mitte erstreckt. Ich gehe weiter – die Hälfte des Rundweges liegt hinter nun hinter mir -, nähere mich dem Gebäude und schaue während des Gehens neugierig ein wenig um die Hausecke. Ja, meine Überlegungen waren wohl ganz richtig – offensichtlich wohnen hier mehrere Parteien – denn ich sehe mehrere Hauseingangstüren. Vielleicht sind es mehrere Angehörige einer Familie, die dieses Anwesen bewohnen – so eine Art Großfamilie könnte es sein. Vielleicht mehrere Generationen.

Ich schaue am Haus entlang, mein Blick erreicht den Mittelpunkt des Platzes. Oh, das ist aber schön – ich bin angenehm überrascht: In der Mitte des Platzes ist eine runde Öffnung. Und aus der Mitte dieser Öffnung schaut die Spitze eines kleinen Kirchturmes hervor. Gleichzeitig nehme ich die sich unterhalb des Platzes befindende Kapelle gefühlsmäßig wahr – erkenne sie auf diese Weise. Eine kleine private Kirche. Nochmals fühle ich mich eigenartig berührt… Diese Menschen sind offensichtlich sehr gläubig, wollen ihre Kapelle aber nicht zwischen ihren Häusern herausragen lassen. Sie möchten offenbar jegliches Aufsehen darum verhindern. Wie gut ihnen das gelungen ist.

Ich fühle mich einerseits sehr wohl und aufgehoben hier, andererseits habe ich auch das Gefühl in ungehöriger Weise die Privatsphäre dieser Bewohner zu stören. Ist dieser Bereich wirklich der Öffentlichkeit zugänglich ist? Vielleicht habe ich einen Boden betreten, den ich gar nicht hätte betreten dürfen? Aber es ist so schön hier – eigenartig fremdartig und vertraut zugleich.

Ich gehe weiter und gelange in etwa wieder an den Ausgangspunkt zurück – nicht ganz, denn der Eingang bzw. der Ausgangspunkt meiner Erkundung liegt etwas weiter zurück.
Von außerhalb in den Eingangsbereich hinein schauend, ist die Hausnummer 20 22 zu erkennen. Dadurch wird meine Vermutung bestätigt, dass hier nicht nur eine Familie wohnt – es sind also mindestens zwei, die in trauter Eintracht hier zusammenleben. Zwar überrascht es mich, dass es nicht noch mehr Parteien sind, gleichzeitig spüre ich, dass sie alle einer Familie angehören. Diese Wohnung hier fühlt sich an, als wohnte hier eine Frau namens Marianne.

Soviel Frieden ist spürbar…

Nun befinde ich mich in der unterirdischen Kapelle. Die Stimmung ist verhalten und andächtig. Vorsichtig und langsam gehe ich in den Hauptraum der Kirche… Gelange an zwei parallel verlaufenden Treppen, die beide nochmals weiter in die Tiefe führen.
Ich erkenne, dass es Beichtstühle sind. Ein eigenartiges Gefühl… Soll ich oder soll ich nicht? Gehe ich dort hinunter oder lieber nicht? Darf ich das? Ist das zulässig für mich?
Ich wage es, die ersten Stufen der linken Treppe hinabzusteigen – sehr langsam… An der linken Seite der Stufe, die ich nun erreicht habe, steht ein einfaches Sektglas mit leicht prickelndem Sekt. Ich halte inne, ist es mir doch wie eine innerlich spürbare Schranke, die mich daran hindert weiterzugehen. Nach kurzem Zögern gebe ich dem dadurch gebotenem Einhalt nach und kehre um… – traurig.

Ich gehe an der linken Seite entlang, sehe den gelben Teppichboden. Vor mir sehe ich, dass sich gleich meine Fußabdrücke auf dem Boden abzeichnen werden… – ich werde Spuren hinterlassen. Mit einem leicht unwohlen Gefühl im Bauch wird mir bewusst, dass ich Straßenschuhe trage, die sicherlich nicht so sauber sind, wie es hier angemessen wäre. Das ist mir sehr unangenehm und ich sollte zusehen, dass ich diesen Ort verlasse um ihn nicht zu beschmutzen.

Ich gehe den linken Gang weiter bis ich vorne hinaus und in den Vorraum gelange.

In dem Vorraum befindet sich eine etwas strenge, dennoch warmherzige und gutmütige Frau. Ich gehe zu ihr hin und wir beide sind uns wortlos – ein gegenseitiger Blick in die Augen genügt – einig, dass ich dafür zahlen muss, wenn ich diesen Ort betreten möchte. Peinlich, dass ich das nicht vorher getan habe!! Aber es war mir wirklich nicht bewusst gewesen und ich bin hier ja auch ganz arglos hineingeraten. Sie wirkt neutral, was diesen Punkt betrifft, was aber nicht bedeutet, dass sie deshalb eine andere Haltung einnehmen würde. Ich empfinde ihre leichte Strenge als angemessen.

Nun befinde ich mich in einer Art Badehaus. Hier gibt es offensichtlich viele Möglichkeiten der Reinigung. Eine gedämpfte und ernste Stimmung herrscht hier – ich fühle mich wie in eine andere Zeit versetzt, eine Zeit, die parallel zur Zeit verläuft.

Dann in einem Bereich, wo an der linken gekachelten Wand Wasserhähne, Duschen, Waschbecken, Wannen u.ä. angebracht sind. Ich gehe an einem Mann vorbei, der sich gerade duscht. Mir wird bewusst, dass ich vollkommen nackt bin.
Am Ende dieses Bereiches sehe ich einen weiteren Mann, der seinen Körper reinigt. Hinter ihm ist ein größeres Fenster; ich sehe die getrübte Wetterlage – es ist etwas ungemütlich, so wie auch hier im Badehaus. Er schaut zu mir her – wie man so schaut, wenn jemand den Raum betritt.
Einen Augenblick überlege ich, ob meine gänzliche Nacktheit vielleicht etwas zu schamlos bzw. zu unverschämt sein könnte… Wenn ich mich reinigen möchte, dann muss ich aber nackt sein. Nein, es ist kein Platz für unangebrachte Scham, weil mein einziges Anliegen die Reinigung ist – und dies ist der rechte Ort dafür, wenn auch öffentlich.

Ich trete unter eine Dusche, die sich links von mir befindet, und brause meine Beine und Füße unter dem warm-weich herausströmenden Wasser ab – solange, bis ich das Gefühl habe, dass es gut ist. Dann gehe ich zurück und gelange zu dem Schwimmbecken, begebe mich in das warme Wasser und schwimme darin ein paar Züge. Ich sehe mitten im Wasser etwas schwimmen – es ist ganz klein und dunkel… Ist es ein ganz kleiner Fisch? Hmm, ich kann es nicht genau genug erkennen, da meine Sicht wegen des Wassers leicht verschwommen ist… – aber es ist nicht wirklich unangenehm. Ich spüre wohl nur deshalb leichte Irritation, weil es da ist und ich nicht weiß, ob es richtig ist, dass es da ist. Gehört es hierher oder nicht? Hmmm….. Normalerweise schwimmt nichts im Wasser. Aber nur weil normalerweise nichts im Wasser schwimmt, kann es doch dennoch richtig sein, wenn etwas drin schwimmt?!? Hmm… ich weiß es nicht.

Notiz:
20 22 -> Quersumme 2+4=6 -> Die Liebenden -> Vereinigung männlich-weiblich

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