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Gewitter in der Krabbenbucht

Traum vom 3. April 2010

In der Annaküche. Ich sitze auf dem Sofa vor dem Fenster. Der Ofen bullert in der Ecke. Daneben ein Gasherd; Kochtöpfe, in denen Gemüse und Beilagen schmurgeln dampfend. Warm und angenehm ist es. Es ist Mittagszeit, Ilva bereitet die heutige warme Mahlzeit zu. Omero läuft raus, um Krabben (es sind Garnelen, aber ich halte diese für Krabben) zu holen. Kaum ist er aus der Tür, wende ich meinen Kopf, um aus dem Fenster zu schauen, wie er die Krabben einholt. Zum ersten Mal sehe ich jetzt überhaupt, in welchem Umfeld das Haus steht. Das Haus steht am Rande einer flach auslaufenden Bucht im Wasser. Der flache Bereich der Bucht ist anscheinend vom weiten Meer abgetrennt, denn so weit das Auge hier reicht, ist das Wasser dicht mit Krabben – ausgepulten! – gefüllt. Ganz frisches Krabbenfleisch, rosig, mit leuchtend orangefarbener Maserung, knackig wirkend. Omero fischt mit einem großen hölzernen Schaumlöffel – der sehr an einen großen Pizzaschieber mit rundem Blatt erinnert – ordentliche Fischmengen in einen bereit gestellten Behälter. Das macht keine Arbeit, denn er muss den Schaumlöffel einfach nur durch das Wasser ziehen, schon ist er gefüllt. Ich staune, teile Ilva mit, wie toll ich das alles finde. Ilva antwortet darauf irgendwas – für sie ist es ja auch nichts Bemerkenswertes, da es zum alltäglichen Leben gehört. Ich will etwas darauf antworten, da höre ich es mit einem Male – völlig unerwartet – in der Ferne, vom Hexenwald kommend, grummeln. Es ist ein rasch nahendes Gewitter, das mich etwas irritiert, so überraschend kommt es. Nun ja, ich sitze hier ja sicher im Haus, aber Omero sollte wohl besser schnell ins Haus zurückkommen! Doch noch fischt er und auch Ilva macht keine Anstalten, ihn dazu aufzufordern, sich in Sicherheit zu bringen.

Traumpfad: Mike erzählte gestern vom Schwarzen Meer; von der giftigen Tiefe, von der niemand ahnte. Und dass oberhalb das Wasser voller Leben war, so wie er es gerade im Buch ‘Schwarzes Meer’ gelesen hatte. Und, Zitat:

„Millionen Meerfische zwängten sich […] ins Meer. Sie zu fangen verlangte kaum mehr Mühe, als einen Käscher ins Wasser zu halten, und Strabon schrieb, im Goldenen Horn, wo der Bospurus wie ein Bach unter den Mauern von Istanbul vorbeifließt, habe man Bonitos mit bloßen Händen aus dem Wasser ziehen können.“ Aus ‘Schwarzes Meer’ von Neal Ascherson, S. 17

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