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Babyskizzen in Cellophan

Traum vom 5. April 2010

Nebenraum ohne Fenster, mit weit offener Tür. Vor den Wänden aufgereiht einige Stühle, auf denen junge Mütter sitzen. Gesprächskreis. Während ich ein cellophaniertes Skizzen- und Schriftstück aus einem Umschlag ziehe – darauf sind mit schwarzem Fineliner einige Szenen gemalt, die stellvertretend für eine bestimmte Lebensphase des Babys stehen – höre ich nebenan in einem anderen Zimmer eine Mutter gerührt ausrufen: „Ach Jott, Babysche, wat haste deine Beine komisch eingeschlagen.“ Auch sie schaut nämlich gerade eine solche Skizze an, die von ihrem Baby gefertigt wurde, als es auf dem Wickeltisch erste Versuche der Fortbewegung probierte. Ja, so überlege ich, das, was ich da gerade höre, ist wohl ein typisches Selbstgespräch, zu dem Mütter womöglich neigen. Es ist ja auch drollig anzusehen, aber man muss schon auch aufpassen, dass das Baby nicht vom Wickeltisch fällt. Gleichzeitig berührt mich die Äußerung der Mutter unangenehm; erinnert sie doch daran, dass man sein eigenes Kind meist für ganz besonders besonders hält und dabei aus den Augen verliert, dass jedes Wesen Besonderheiten mit sich bringt. Wie auch immer: die Skizzen sind eine sehr schöne Idee. Wenngleich mich unterschwellig ein wenig stört, dass man das Bild zwar sehen kann, aber wegen des Cellophans nicht wirklich rankommt, nicht wirklich be-greifen kann.

Mit einem Male fließt mein Herz vor Dankbarkeit über und ich wende mich Frau Guthlang zu, sage: „Ich bin so dankbar, dass Sie mir empfohlen!“ — Sie schaut verwirrt … „Empfohlen??“ Nun bemerke ich meine eigene Verwirrung … weiß eigentlich gar nicht, wovon ich spreche, worauf ich hinaus will. Doch mein Kopf findet sofort eine logische Erklärung: „Ja, sie haben mir doch die Worpsweder Hebammen empfohlen.” — „Die Hebammen? Von was … ?“ fragt von Guthlang noch irritierter. — Ja, herrgott, sie wird doch wohl wissen, wovon ich rede – sie arbeitet doch mit den Hebammen zusammen? Oder? Jaja, Geburt und Gymnastik; das ergänzt sich. Frau Guthlang schaut noch verständnisloser als eingangs. Es drängt mich, die Sache klar zu stellen; allein schon wegen der anderen Mütter, die mich neugierig und abwartend anschauen, so als sei ich nun eine Erklärung schuldig, wenn sie mich ernst nehmen sollen. Aber ich bin zu verwirrt und mir ist nicht klar, wovon ich spreche, denn ich kann mich gar nicht an irgendeine Empfehlung erinnern, obwohl ich sie tatsächlich für ziemlich wahrscheinlich halte. Doch inzwischen ist es der Aufmerksamkeit zu viel – und ich sage nichts mehr.

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