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Zerrissenheit

Traum vom 11. April 2010

Etwas gehetzt besteige ich das kleine Passagierflugzeug, das uns nach Hause bringen wird. Am hinteren Ende finde ich einen Platz. Moina sitzt links neben mir. Nur wenige Plätze sind besetzt. Wo bleibt Mike? Wo sind meine Eltern? Es war doch verabredet, dass wir den Flieger um 17:05 Uhr nehmen. Hätte ich vorher noch Kontakt mit ihnen aufnehmen sollen? Ich hatte mich so darauf verlassen, dass wir hier rechtzeitig zusammenfinden würde, dass ich gar nicht auf die Idee kam. Als auch in den folgenden Minuten niemand zusteigt, werde ich immer unruhiger. Vorsichtig sage ich zu Moina: „Wo sind sie nur?“ — Moina meint sorglos: „Um 15:05 Uhr ging schon ein Flugzeug nach Haus. Vielleicht sind sie damit geflogen?“ — Ja, das wäre gut, wenn das der Grund ihres Fernbleibens wäre. Aber: wenn nicht? Was soll ich dann tun, wenn ich zuhause bin? Da kann ich nicht zwischen diesem Ort und Zuhause hin und her pendeln, für alle gleichermaßen zur Verfügung stehen! Nicht bei einer solchen Distanz! Was ja eigentlich – so wird mir mit einem Male ganz sonderbar bewusst – gut ist. Wenn ich nur das unangenehme Gefühl der Zerrissen- und Getriebenheit erinnere, das mich ständig hin und her treibt, nur damit ich verfügbar bin. Doch diese Situation jetzt ist auch unangenehm. Wenn ich nur wüsste …
Und der Blick reicht bis durch die drei Scheiben des Cockpits hinaus. Vor uns ein grandioser Sonnenuntergang von intensiver Leuchtkraft. Rot, Orangerot, leuchtend Gelb zerfließt der Himmel wie Wasserfarben.

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