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Mumze – Getriebeteile und Dichtungen

Traum vom 21. April 2010

Es geht auf Mitternacht zu. Nur Amy, Angelique und ich sitzen noch im Personalraum am langen Biertisch. Mit einem Male legt Amy einen Stapel Schriftstücke auf den Tisch und verkündet frohgemut: “Beginn der Zeugnisverteilung!” — Oooha! Amy blickt auf, mustert Angelique wohlwollend und meint neckend: “Fünf!” Gleich mit dem nächsten Atemzug korrigiert sie: “Vier!” Noch ehe Angelique reagiert, kommt: “Drei?!” Und schließlich lachend: “Also gut … eine Zwei!” — War eh klar. Angelique ist einfach gut, ohne sich dafür auch nur anstrengen zu müssen. Naja … ich halte das ja für übertrieben. Klar, sich einen Scherz erlauben und erst einmal eine ganz schlechte Note zu vergeben – okay! Aber Note um Note finde ich nicht mehr witzig. Amy äußert noch lobende Worte und bedankt sich für die tolle Arbeit.

Dann wendet sie sich mir zu. Oje … ein unbequemes Jahr liegt hinter mir. Geprägt von Krankheiten und Anstrengungen, ohne dass es dabei auch nur zu einem einzigen Ergebnis gekommen wäre. Ich kann nichts vorweisen. Es ist unangenehm, um die schlechte Bewertung zu wissen, ehe sie vergeben ist. Andererseits sagte schon Angelus Silesius: Vorbereitung macht weniger Empfindlichkeit. Es wird mich also nicht umhauen, wenn ich es erfahre. Oder wird vielleicht der Einsatz mit in die Bewertung einbezogen? In der Hinsicht habe ich ja viel gegeben. Das macht mir etwas Hoffnung. Ein Bild entsteht, wie in den Raum hinein projiziert: Eine etwa ein Meter hohe Betonmauer mit einem Graffiti: ein Schornsteinfeger mit Leiter; wie aus Kohlestaub gesprayt. Puh, ich bin froh, dass ich es gleich erfahren werde. Diese Ungewissheit ist ja sehr unangenehm.

Doch in genau dem Augenblick, da Amy die Note aussprechen will, klingelt das Telefon. Nanu? Zu so später Stunde? Meine Anspannung fällt enttäuscht in sich zusammen. Ausgerechnet jetzt diese Störung. Wenn danach Mitternacht durch ist, werde ich mein Zeugnis nicht mehr erhalten. Wer das wohl ist? Ein Blick auf das Display des Mobilteils: “Unbekannt” teile ich Amy mit, die darauf sagt, ein Gespräch mit ‘Unbekannt’ nähme sie zu dieser Stunde nicht mehr an. — Ah gut, denn geht es ja weiter um das Zeugnis, freue ich mich. Doch als ich den Hörer beiseite lege, kommt plötzlich eine laut hörbare Ansage aus der Muschel: “Mumze! Getriebeteile und Dichtungen!” Ahaa, das ist der Chef vom Handwerksbetrieb Mumze. Ich erkenne seine fröhliche Stimme, in der freudiger Tatendrang mitschwingt. Vor meinem inneren Auge steigt das Bild eines Maschinenteils auf: Eine Kugel aus grauem Kunststoff, mit einem “Äquator” aus glänzendem Chrom, zwei abgeflachten „Polen“ mit je einem integriertem Schalter und von dort auslaufend ein Gewinde. Das Gespräch möchte Amy unbedingt annehmen, denn sie hat bereits vor längerer Zeit einen Auftrag an Mumze vergeben und ist froh, dass er nun endlich erledigt werden soll.

Tja … damit wäre die Sache dann wohl gelaufen. Verständlich, dass diese Sache vorgeht. Trotzdem bedrückt es mich, weiter im Ungewissen bleiben zu müssen.

Traumpfad: der Schornsteinfeger erinnert an ein Graffiti; im vergangenen Jahr am Pflasterstrand gesehen:

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Eine Antwort zu Mumze – Getriebeteile und Dichtungen

  1. [...] einfach zu merkende Beschreibung mitgeben zu können. Nun kommt doch etwas Leben in die Frau des Handwerkmeisters. Ich glaube, sie freut sich auf unsere kleine gemeinsame [...]