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Karl Valentin

Traum vom 22. April 2010

Nach langer Zeit gab es ein Wiedersehen mit meiner Jugendliebe. Beim Abschied verabreden wir uns gleich noch einmal für 12:30 Uhr.

Fast hätte ich ihn nicht bemerkt, so unauffällig nahm er hinter meinem Rücken Platz. Ja hey, wir sahen uns so lange nicht; weit länger, als ich je erwartet hätte! Ich gehe auf ihn zu, klettere – ohne dass es merklich ins Bewusstsein dränge – auf eine Konstruktion aus ungehobelten Holzlatten. Aus der Distanz gleicht diese einem Blumenhocker von 1,20 m Höhe, wobei mir ‘Ölförderturm’ in den Sinn kommt. Das nur am Rande, da es mich nicht weiter interessiert. Auf dieser Konstruktion stehend finde ich mich mit ihm auf einer Höhe. Auf diesem Niveau ist es mir möglich, meine Arme um ihn zu legen. Behutsam, seine möglichen Reaktionen ruhig abwartend. Er sitzt lässig auf einem Barhocker, der von der Form her jener Konstruktion gleicht, auf der ich stehe, und auf der wiederum dieser Barhocker steht. Langsam … zögernd … ganz vorsichtig lege ich meinen Kopf an seine Schulter. Seine Hände legen sich sachte um meine Taille. Vielleicht ist es die Wärme seiner Haut, die so angenehm durch den Stoff dringt, denn mit einem Male weitet sich meine Brust, füllt sich mit diesem alles sprengenden Licht, lässt mich weich werden und … da geht mir ein Licht auf: Er! Er ist es! Mit diesem Mann möchte ich zusammen sein! Nur hatte ich das bisher nicht erkennen können, da er nie gegenwärtig war. Außerdem dachte ich immer: Was soll ich mit einem Mann, an den ich nicht heranreiche? Mit einem Mann, den ich nicht erreichen kann? Ein Mann, für den ich erst eine Konstruktion erklimmen muss, um auf Augenhöhe zu gelangen? Und: So ein dürrer, langer Mann. Mit einer solch komischen Nase. Karl Valentin heißt er. Nicht gerade attraktiv. Obwohl, so in Jeans und Sweatshirt sieht er gar nicht so schlecht aus. Hinzu kommt, dass er von so bescheidener, stiller Natur ist. Ich bemerkte kein Signal, das mich hätte wissen lassen, dass er etwas für mich empfindet. Nun, da wir uns nahe gekommen sind, spüre ich die Wärme zwischen uns. So viel Vertrautheit. Von zärtlichen Gefühlen erfüllt, beschreibe ich ihm mein Erleben: “Du hast nie um ein Wiedersehen gebeten … nicht angedeutet, dass es dein Wunsch wäre.” Er nickt wortlos und meint dann nachdenklich, er habe nicht gewusst, dass ich dafür offen sei. — Naja, das ist ja auch egal jetzt. Ich vergewissere mich glücklich: “Wollen wir uns wiedersehen? Ja?!” — Oh ne, da fällt mir die Verabredung mit meiner Jugendliebe wieder ein. Zu blöd, dass ich so voreilig ein Treffen mit dem vereinbart hatte. Aber da ahnte ich ja auch nichts von Karl Valentin.

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3 Antworten zu Karl Valentin

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