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Posts tagged ‘Buch’

Lakritztinte

Traum vom 12. Juli 2010

Ein bisschen ungewöhnlich, dass ich gerade viel Zeit habe. So viel Zeit, dass ich mir in Ruhe das Angebot des Kaufhauses ansehen kann. Das habe ich seit vielen Jahren nicht mehr gemacht und ich freue mich jetzt darauf. Wer weiß, vielleicht werde ich sogar etwas kaufen, denn ich habe nicht nur Zeit sondern auch gut fünfzig Euro in der Tasche.

Tatsächlich entdecke ich in einer Abteilung, die den Übergang zu zwei wichtigeren Abteilungen bildet, eine Palette mit ungewöhnlichen Büchern. Wie immer, wenn ich ausgefallene Bücher entdecke, weitet sich das Herz angesichts des Zauberlandes. Einige dicke Wälzer sind dabei – etwas größer als Telefonbücher, weißer labbriger Einband mit Zeilen in altdeutscher Handschrift bedruckt. Nie sah ich ein Buch solcher Art und doch ist mir, als habe ich endlich – und dann noch per Zufall – ein schon lange gesuchtes Buch gefunden. Ganz vorsichtig schlage ich einige Seiten auf. Mathematische Formeln die ausführlich biologische Verhältnisse beschreiben. Ziemlich komplizierte Inhalte und ganz sorgfältig mit Hand geschrieben. Geschrieben mit einer schwarzen Tinte, deren Farbe an flüssige Lakritze erinnert. Wie ansprechend, wie spannend und interessant – ich würde dieses Buch sehr gerne erwerben. Ein oder zwei weitere Bücher erwecken ebenfalls mein Interesse. Ehe ich mich entscheiden kann, ist eine Verkäuferin zur Stelle und summiert die Preise der Bücher – es gibt einen Betrag von gut zwanzig Euro. Ah okay, das ist ein guter Preis. Das Geld habe ich locker. Allerdings geht mir das viel zu schnell. Ich will in aller Ruhe eine Entscheidung treffen – Für und Wider gegeneinander abwägen.

So setze ich meinen Weg in die nächste Abteilung fort, komme aber nicht weit, denn mit einem Male weiß ich: ich möchte diese Bücher unbedingt mit nach Hause nehmen und in aller Ruhe studieren. Doch so sehr ich auch danach Ausschau halte und sie wiederzufinden suche, so kann ich sie nicht mehr entdecken. Wäre mein Blick doch schärfer! Ich irre etwas in der Abteilung herum, ohne fündig zu werden.
Sonderbar, wie einem die Dinge entgleiten können …

Traum vom 13. Mai 2010

Nanu? Ich hatte das Klingeln gar nicht gehört? Moina hat längst die Wohnungstür geöffnet, was erst durch die im Treppenhaus laut hallenden Trittgeräusche auf den Stufen in mein Bewusstsein dringt. Als ich in den Flur komme, sehe ich bereits jemand Uniformierten durch den Türspalt. Ich fühle mich etwas überwältigt, erkenne aber im nächsten Augenblick den Postboten aus meiner Kindheit: Schorse. Vielleicht weil wir alte Bekannte sind, betritt Schorse die Wohnung unaufgefordert. Vier Bücher trägt er vor sich her: sie schweben vor ihm, alle in luftigem Abstand zueinander. Schorse ist wie immer gut gelaunt und macht mich auf das Ausmaß seines Entgegenkommens aufmerksam: „Ich habe hier im Treppenhaus 48(!) m Höhe zurückgelegt!“ — Allerdings, das ist wirklich nicht selbstverständlich, achtundvierzig Meter Höhe zu überwinden; dazu noch in einem Rutsch, ohne Rast oder Ruh, nur um mir die Post zu bringen. Toller Service! Ehe ich mich bei Schorse bedanken kann, saust er einem Fahrstuhl ähnlich die Treppen hinab.

Vier Bücher liegen nun auf dem Wäscheschrank. Mindestens eines der Bücher ist in das blau-grüne Geschenkpapier verpackt, wie ich es von Hugendubel kenne. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was darin enthalten sein könnte. Sehe aber einen Einband vor mir, der in Schwarz, Himmelbau und ein wenig Rot gehalten ist. Ich kann mich nicht erinnern, etwas bestellt zu haben.

Traumpfade:
Erst jetzt ist mir aufgefallen, dass das Bild mit dem Tandemhubschrauber ebenfalls Blau, Rot und Schwarz als Hauptfarben hat, so wie das Buch „Der Knacks“. 48: Meter = Jahre.  Das ist interessant und ich werde das Buch jetzt wegen noch anderer Beweggründe als ursprünglich weiterlesen.
Traum: Freudianer

Traum vom 8. April 2010

Es geht um die Entstehung eines Buches — Umfang etwa 400 Seiten. An sich ist mir das Buchprojekt bekannt, aber die Seitenzahl liegt höher als angenommen. Doch darum geht es gar nicht. In größeren Abständen erhalte ich Zettel, die aus einem Jahreskalender herausgerissen werden. Darauf gedruckt sind so eine Art Text-Vignetten – Anregungen mit knappen aber ausführlichen Erläuterungen, die sich auf das Buchprojekt beziehen. Die Kapitel werden, so erfahre ich dabei, nach den Personen benannt, die eine wichtige Rolle spielen. Namen wie beispielsweise ‘Søren’ und ‘Maik’ tauchen auf. Den einzelnen Kapiteln beziehungsweise Personen werden dann mehrere Themen zugeordnet wie zum Beispiel ‘Frühling’ oder ‘Holzverarbeitung’. So sammeln sich einige Vignetten zu den mitwirkenden Personen an – wie sie sich im Laufe der Zeit ergeben – wodurch sich quasi ein Puzzleteil an das andere fügt und damit den Charakter der Akteure herausarbeitet. Die Personen werden allein durch die aneinander gereihten kleinen Erlebnisberichte für den Leser greifbar. Das gefällt mir. Mehr und mehr wird klar, dass das fertige Buch den Informationsgehalt eines seriösen Sachbuchs und lockere Unterhaltung vereinen wird.