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Posts tagged ‘Lernen’

Traum vom 16. August 2010

Es regt mich ziemlich auf, als ich erfahre, dass Moina die Materialien, die für die Bearbeitung einer Wochenaufgabe benötigt werden, erst einen Tag vor dem Abgabetermin erhält. Wie ungerecht! Da bleibt ja kaum Zeit, sich mit dem Thema zu befassen und es ausführlich auszuarbeiten. Das betroffene Unterrichtsfach ist Physik und es hätte wohl ein paar Tage gedauert, bis ich selbst mich soweit damit vertraut gemacht hätte, um Moina dabei helfen zu können.

Am Ende eines langen Korridors ein Lehrerzimmer. Eigentlich war ich hier eingetreten, um mich beim Lehrer zu beschweren. Muss nun aber feststellen, dass ich kurz vor Toressschluss komme und froh sein kann, dass man mir die Materialien überhaupt noch aushändigt. Da wage ich nicht mehr, auch noch Kritik zu üben. Zudem fragt mich der Lehrer, ob ich nicht gleich den Müll aus dem Lehrerzimmer mitnehmen könne. Ja klar, das mache ich natürlich.

Schließlich im Cinquecento in der Dämmerung unterwegs. Straße der Kindheit. Ich will zu Eierkück, um mir weitere Informationen zu der Wochenaufgabe zu verschaffen. Die Älteren kommen mir im Auto entgegen. Das Licht ihrer Scheinwerfer erinnert mich daran, dass es mir noch nicht gelungen ist, das Licht einzuschalten. So bemerke ich zwei Katzen auf der Fahrbahn erst als ich an ihnen vorbei fahre. Eine weiße und eine rote Katze – beide schauen mit klugen Blicken, sie strahlen unglaublich stark ausgeprägte Intuition aus. Stelle im Haus der Eierkücks eine grundlegende Veränderung fest: ein Großteil des Wohnhauses ist nun einem Freien Kindergarten vorbehalten. Diesen durchquere ich, ehe ich endlich zur Haustür gelange und klingele. Da kommen mir Herr und Frau Eierkück bereits entgegen. Sie hatten gerade einen heftigen Streit; ihre Augen sind verweint. Beide wirken aufgewühlt und niedergeschlagen. Mir ist etwas peinlich, dass ich sie in diesem Zustand überrasche.

Später habe ich mein Enkelkind auf dem Schoß, während ich mit den Älteren telefoniere und ihnen erzähle, welch eine Last ich damit habe, die Kleine den ganzen Tag tragen zu müssen, weil sie wegen bestimmter Versäumnisse – die ich nicht näher benennen kann – nicht laufen kann. Doch das lässt sich die Kleine auf meinem Schoß nicht gefallen. Mit lauter Stimme – so dass es auch am anderen Ende der Leitung zu hören ist – erklärt sie, dass ich auf dem völlig falschen Dampfer bin. Das ist mir dann doch etwas peinlich. Vielleicht liege ich mit meiner Sicht wirklich daneben? Die Stimmen am anderen Ende werden immer leiser, kaum noch zu hören. Aber die Kleine hat eine wirklich laute Stimme… Ich lausche angestrengt….

Dann hat Moina ihre Wochenaufgabe schon erledigt! Wow! Das ging ganz ohne Probleme und ohne meine Hilfe. Mir wird das Ergebnis gereicht: eine wunderschöne Collage auf einem Stück bedrucktem Naturholz, teils mit Birkenrinde, in dem ein deutlicher Riss klafft. Ein Zettelabriss, ähnlich einer Wolke, auf dem Holz. Ein Gruß von Moina an die Kunstdozentin: „Mit vornehmem Kuss für Frau …[Name]…
Oh, das lässt mich ganz stille werden. Zum Glück hat die wilde Barbara bei der Wochenaufgabe geholfen. Sie weiß nämlich, wie man sich in diesen künstlerischen Kreisen verhält. Ich wäre ja nie auf die Idee gekommen, einen Kuss zu senden. Einfach deshalb, weil ich nicht auf die Idee eines vornehmen Kusses gekommen wäre. Das ist ja ein ganz tolles Ergebnis!

Traum vom 7. Juli 2010

Die wasserstoffblonde Kursleiterin sitzt völlig nackt auf einem kleine Podest. Im Schneidersitz zwischen aufgewühlten hellen Laken. In ihren Händen hält sie einige Dokumente. Sie liest vor, erklärt Inhalte des Seminars und die Vorgehensweisen. Sie ist nicht mehr so ganz jung, ihre Haut hat sichtlich von der jugendlichen Spannkraft eingebüßt. Dem Gewebe darunter fehlt die junge Festigkeit. Vielleicht hängt es auch damit zusammen und ist nicht nur auf ihre ungünstige Pose zurückzuführen, dass sich drei Rollen Speck am Bauch bilden, die sie wohl dicker erscheinen lassen, als sie tatsächlich ist. Doch das ist eh völlig egal, wie sie aussieht. Sie arbeitet hier ja nicht als Modell. Ihre Nacktheit ist keine Notwendigkeit. Sie müsste sich nicht nackt zeigen. Aber, so erklärt sie sachlich und ernst, sie fühle sich nur nackt wohl, könne nackt am besten arbeiten. Deshalb kleide sie sich gar nicht erst an. Ungeniertes Hinstarren verbietet sich von selbst, ist aber auch gar nicht nötig. Ihre so farblose Erscheinung bietet nur wenig, an dem das Auge verweilen müsste. Es möchte vielleicht, aber muss nicht. Die ganze Situation ist völlig natürlich für alle Anwesenden … und damit fast skurril in ihrer Selbstverständlichkeit.

Traumpfad:

Only the Lonely
Katy Grannan

Traum vom 1. Juli 2010

Etwas in Hetze erreiche ich den Raum, in dem der Kurs stattfindet, und stelle fest, dass ich die Materialien vergessen habe. Heut werden wir mit Serviettentechnik arbeiten – und zwar wie folgt: verwendet werden weiße Papierservietten, die mit sehr einfachen Abbildungen – ähnlich Ausmalvorlagen für kleinere Kinder bedruckt sind. Die darauf verwendeten Farben sind entscheidend, denn dies sind jene Farben, die wir aus den Servietten extrahieren werden, um diese daraufhin für unsere Bilder zu verwenden. Zum Glück bietet mir meine Tischnachbarin an, von ihren Servietten zu nehmen. Was die Farben anbelangt, gibt es so nur wenig Auswahl: braune oder wie gebrannte Farbtöne. Immerhin! Da will ich mal schauen, was noch geht.