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Posts tagged ‘Mann’

Traum vom 1. September 2010

Der Mann – rein äußerlich eine Mischung aus „Snyder“ und Albert Hammond — ist mir vom Sehen her vertraut. Seine dunklen Haare sind glatt, fallen weich bis zum Kinn. Ich nehme sie, ordne daraus zwei dicke Strähnen und beginne langsam, sie über seiner Wange zu flechten. Während ich das mache, meinen vorsichtig arbeitenden Händen zuschaue, wird mir mit einem Mal klar, welch zärtliche Geste es ist, mich der Haare des Mannes anzunehmen. Und während mir das Zärtliche dieser Geste bewusst wird, erfassen mich entsprechende Gefühle, was erstaunlich ist, da ich dem Mann nicht nahe stehe. Es stimmt mich nachdenklich… ich war bisher noch nicht auf die Idee gekommen, dass derart zärtliche Gefühle einfach daraus erwachsen können, weil man entsprechende Handbewegungen macht. Dass eine entsprechende Geste erst dazu führen könnte, zärtliche Gefühle für einen Menschen zu entwickeln… – da muss ich unbedingt nachforschen, welche Rolle Gesten bei der Entwicklung von Gefühlen spielen.

TRAUMMOSAIK

Träume vom 28. August 2010

Die hockende Gelbe
Ich fülle die schwarzen Tuschezeichnungen mit goldgelber Farbe.Vor allem das Bild der Hockenden fülle ich immer wieder als Neues. Es gefällt mir so gut, zu sehen, wie beim Anmalen das Bild an Leuchtkraft gewinnt, so als sei es hinter Glas, das von hinten beleuchtet wird.

Kurze Mitteilung
Rainer huscht, wie von einem Wind getragen, von rechts nach links durch das Bild. Ein Schemen mit weichen Konturen. Ungreifbar und ernst. Er wirft mir einen Blick zu, teilt rasch mit: „Ich melde mich im Laufe des Tages bei Dir.“ Schon ist er entschwunden. Das heißt, er schreibt mir heute? Dann will ich mir diesen Traum gut merken, damit ich das verifizieren kann.

Die Kleine taucht ab
Ich habe einen Verdacht, gehe dem nach, reiße die Tür zum Bad auf… Tatsächlich, die kleine Patty liegt mir ihrer schwangeren Mutter in der Badewanne. Patty taucht ab, taucht gar nicht wieder auf. Es dauert mir etwas zu lang. Selbst wenn sie zu klein ist, um tauchen zu können, sollte es da nicht einen Reflex geben? Wahrscheinlich nicht. Die Mutter schenkt dem keine Beachtung. In Panik ziehe ich das Kind aus dem Wasser und sage zur Mutter, sie müsse darauf achten, dass die Kleine nicht abtaucht. Schon auch deswegen, weil das Badewasser einen Zusatz von Malven- oder Granatapfelduschgel enthalte. An die schädliche Wirkung auf die Lungenbläschen mag ich gar nicht denken. Doch nur wenige Sekunden später ist die Kleine wieder abgetaucht, ohne dass die Mutter darauf reagieren würde. Ja, Sakrament nochmal!

Koch und dunkler Kopfschatten
Der flinke Koch – ich sah ihn seit Jahrzehnten nicht – nimmt mich an die Hand, wir steigen die Treppe hinauf. Seine Hand hält meine mit festem und doch sanftem Griff. Ich spüre seine Haut, die Kraft der Finger, die Knochen und die Sehnen… was für eine schöne Hand. Eine warme Hand. Ich bin versucht, an seinem Daumen zu reiben, diesen zu massieren, halte mich aber doch zurück, was sich unangenehm anfühlt, auch wenn ich finde, dass es wirklich zu aufdringlich wäre. Die Hälfte der Treppe erklommen, wenden wir uns auf dem Treppenabsatz der oberen Hälfte zu. Dabei bemerke ich den Schatten von Amys Oberkopf an der Wand. Ein bemerkenswert dunkler Schatten, dunkler als ein Schatten hier eigentlich sein kann. Klar, dem soll ich nicht ausweichen. Ich versuche also, diesen mit einem Gegenstand oder einem Ereignis zu treffen, was mir nicht gelingt.

Altmütterleins Tonbrötchen
Das alte Mütterlein werkelte seit Stunden an dem langen Tapeziertisch unter freiem Himmel. Sie stellte eine Reihe unterschiedlicher Schnitten her. Quadratische Scheiben – meist kleiner als die Handfläche, nur wenige größer als diese – die sie aus Ton formt und mit Tonfiguren (ähnlich jenen auf dem Bild unten) belegt. Ich nehme möglichst viele von diesen Ton-Brotscheiben gefächert zwischen die Finger, damit der Belag seine Form behält. Ich werde sie ins Haus tragen, unter Dach und Fach bringen, so wie es auch das Mütterlein anstrebt.

Traum vom 22. August 2010

Als Reisende im Hauptbahnhof – Warten am geschwungenen Fahrkartentresen. Ich vertreibe mir die Zeit mit Bildbearbeitung. Es hatte ein einfaches Bild mit nur zwei Ebenen werden sollen: Blick aus einem Zugfenster, wobei ich das bereits verfremdete Bild im Bereich des Fensters zur darunter liegenden Ebene hatte freilegen wollen. Erst jetzt erkenne ich, dass fast die ganze Oberfläche entfernt ist! Dummerweise arbeitete ich unbedacht und nahm den Radierer anstatt mit der Ebenenmaske zu arbeiten. Auch sind inzwischen so viele Arbeitsschritte getan, dass es kein Zurück mehr gibt. Das heißt: das Geheimnisvolle ist dahin. Na, von meiner ursprünglichen Bildidee muss ich nun wohl Abschied nehmen. Ist aber okay, ich werde einige weitere Ebenen hinzufügen und etwas ganz anderes daraus machen.

Inzwischen bin ich an der Reihe und erwerbe eine Fahrkarte. Genau in diesem Augenblick kehrt der Mann zurück, der vor mir dran war und inzwischen weitergegangen war; nämlich nach rechts zu den Bahnsteigen. Lächelnd kommt er auf mich zu, reckt mir den Kopf entgegen und schlägt vor: „Wir können diese Reise gemeinsam machen?!“ — Der Mann ist mir sympathisch. „Oh ja, das ist schön. Ich freue mich – gerne!“ — So läuft er mir voraus, nach links hinüber zu dem Verteilerkorridor vor den Bahnsteigen. Als ich um die Ecke folge, liegt er bereits auf meiner Matratze – alle Fahrgäste reihen sich mit ihren auf dem Boden liegenden Matratzen vor den Bahnsteigzugängen auf. Da liegt er also, hebt lächelnd die Bettdecke. Hey hey, warum liegt er auf meiner Matratze und nicht auf seiner eigenen, so wie alle Fahrgäste?? Stirnrunzelnd schaue ich ihn an. Ich blicke zu den übrigen Matratzen… alle sind belegt. Für ihn ist wirklich keine mehr frei. Was aber wohl daran liegt, dass er die Zeit damit verdödelt hat, es sich auf meiner Matratze gemütlich zu machen. Natürlich ist seine Matratze dann schnell vergeben. Immer noch blickt er abwartend lächelnd zu mir hoch. Ich habe inzwischen meinen nackten Fuß unter die Bettdecke geschoben und spüre die wunderbare Wärme an den Zehenspitzen. Dazu der Gedanke an die bevorstehende Nähe zu ihm… das Eintauchen in seinen Geruch… und die Vorstellung, wie wir uns Dinge in die Ohren flüstern…. oh, mein Herz ist voller Schmetterlinge! Ja, ich lege mich zu ihm, auf diese schmale, mit alten Stofffetzen gefüllte Matratze! —– Blende.

Ich verlasse den Fahrkartenschalter nach links, durchquere den Türbogen und gelange in den Vorraum zu den Bahnsteigen. Die warme Beleuchtung verbreitet schummeriges Licht. Einige Tische stehen verteilt. Auf diesen liegen Frauen mit nacktem Oberkörper aufgebahrt. Man denkt an Seziertische; jedoch liegen die Frauen zwar reglos, sind aber lebendig. Sie liegen zur Betrachtung, und bei Interesse auch zur Untersuchung bereit. Die Bekannte, die mich seit den letzten Minuten begleitet, greift eine dieser Frauen gezielt an die Brustwarze und stimuliert diese gekonnt. Der Nippel richtet sich wie erwartet auf, und die Frau reibt ihn weiter rhythmisch. Der Nippel entsteigt der Hautfalte wie eine erigierte Klitoris – in meinen Augen offenbart sie so ein bisschen von ihrem Geheimnis… Inzwischen daumengroß, ähnelt sie einem Penis. Die seidig glänzende Eichel steigt wie aus Blütenblättern auf. Ein erregender Anblick, jedoch nimmt mich der anschwellende Neid gefangen…. Leider habe ich nicht so schön ausgeprägte Brustwarzen. Schon immer habe ich Frauen mit diesem Merkmal darum beneidet. —– Blende.

Ich verlasse den Fahrkartenschalter nach links, durchquere den Türbogen und gelange in den Vorraum zu den Bahnsteigen. Alles ist hell erleuchtet. Einige Schultische sind im Raum verteilt. Vor einem dieser Schultische steht Angelique. Ich stelle mich zu ihr, an ihre linke Seite, und teile ihr hocherfreut mit: „Du, nun bin ich doch schwanger!“ — Sie schüttelt fassungslos, vielleicht auch etwas resigniert den Kopf – mit fast 49 Jahren schwanger, oh nee – über meine Unvernunft wundert sie sich allerdings schon lange nicht mehr.

… nach Carcassonne